BStBK kämpft für Fremdbesitzverbot

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February 18, 2026
18.02.2026
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Die Bundessteuerberaterkammer fordert gemeinsam mit anderen Berufsorganisationen eine Verschärfung der Regeln gegen Investorenbeteiligungen an Steuerberatungsgesellschaften.

Gemeinsamer Vorstoß vor Bundesratsentscheidung

Die freien Berufe melden sich zu Wort. Unter Führung der Bundessteuerberaterkammer haben mehrere Organisationen eine Erklärung veröffentlicht, die sich an die Landesregierungen richtet. Anlass ist die bevorstehende Abstimmung im Bundesrat über das Neunte Steuerberatungsänderungsgesetz am 6. März. Die Unterzeichner drängen darauf, Schutzvorschriften gegen berufsfremde Kapitalgeber deutlich zu stärken.

Holdingstrukturen als Schlupfloch

Im Zentrum der Kritik stehen verschachtelte Beteiligungsmodelle. Internationale Finanzinvestoren nutzen nach Einschätzung der Berufsverbände Ketten- und Holdingkonstruktionen, um faktisch Einfluss auf Kanzleien und Praxen zu gewinnen. Formal verstoßen solche Arrangements nicht gegen geltendes Recht, unterlaufen aber nach Ansicht der Kritiker den Schutzzweck bestehender Regelungen.

Unabhängigkeit als Kernwert

BStBK-Präsident Hartmut Schwab formuliert die Bedenken deutlich. Wer professionellen Rat suche, erwarte unabhängige Expertise ohne Renditedruck im Hintergrund. Dieses Vertrauen dürfe nicht zum Spekulationsobjekt auf Finanzmärkten werden. Die Warnung betrifft nicht nur Steuerberater, sondern auch Ärzte, Rechtsanwälte und andere freie Berufe.

Regierungsentwurf bleibt zahnlos

Der aktuelle Gesetzentwurf enthält keine Verschärfung des Fremdbesitzverbots. Die Berufsverbände sehen daher den Bundesrat in der Verantwortung. Die Länder müssten die Gelegenheit nutzen, regionale Strukturen und die Eigenverantwortung des Berufsstands zu sichern. Steuerberater bildeten eine zentrale Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Finanzverwaltung, deren Funktionsfähigkeit im öffentlichen Interesse liege.