Der Staatsfonds Mubadala hat vor dem ICC-Schiedsgericht in Genf gewonnen und droht dennoch auf dem Großteil seiner Forderung sitzen zu bleiben. Der Signa-Komplex bleibt ein Lehrbuchäfall für Insolvenzrisiken in verflochtenen Konzernstrukturen.
Ein ICC-Schiedsgericht in Genf hat dem Abu Dhabi’er Staatsfonds Mubadala 680 Millionen Euro gegen die Laura Privatstiftung (LPS) zugesprochen - eine Großforderung, die das vorhandene Vermögen der Stiftung bei weitem übersteigt. Das Immobilienvermögen der LPS beläuft sich laut Immobilien Zeitung auf rund 300 Millionen Euro brutto; nach Abzug der Fremdfinanzierungen verbleiben netto circa 200 Millionen Euro. Das Portfolio umfasst zwei Cluster in Innsbruck sowie in mehreren mitteleuropäischen Städten, darunter Dresden und Magdeburg, die der LPS vollständig zuzurechnen sind. Hinzu kommt ein Berliner Bestand, der über ein Joint Venture gehalten wird, an dem die Privatstiftung mit 95 Prozent beteiligt ist. Sollte Mubadala mit seiner Forderung ins Leere laufen, gilt ein Insolvenzantrag gegen die LPS als wahrscheinliche Konsequenz - die Familie Benko Privatstiftung ist seit März 2024 bereits in Konkurs.
Parallel zur drohenden Insolvenz der LPS verzeichnet die Insolvenzverwalterin der Signa Development Selection, Andrea Fruhstorfer, erste Verwertungserfolge: Das Hotel Andaz Vienna Am Belvedere wurde Anfang Februar für 92 Millionen Euro an die Westinvest Gesellschaft für Investmentfonds veräußert, eine Tochter der Dekabank. Der Betrieb verbleibt bei der Hyatt Gruppe, ab April firmiert das Objekt mit rund 25.800 Quadratmetern Gesamtfläche und 300 Zimmern als Hyatt Regency. In Italien hat ein Richter im Trentino entgegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft die Einstellung des Strafverfahrens abgelehnt; 21 Einzeldelikte bleiben anhängig. Signa-Gründer René Benko ist von diesen Vorwürfen nach aktuellem Stand nicht betroffen.




