EY warnt vor Industrieabschwung

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February 17, 2026
18.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Das Industriebarometer der Prüfungsgesellschaft dokumentiert anhaltende Umsatzrückgänge, beschleunigten Stellenabbau und eine Verdopplung der Firmenpleiten seit 2021.

Abwärtsspirale setzt sich fort

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Zum zweiten Mal in Folge verzeichnete die deutsche Industrie schrumpfende Erlöse. 2025 ging der Umsatz um 1,1 Prozent zurück, im Jahr zuvor waren es sogar 3,5 Prozent. Seit 2023 summieren sich die Einbußen auf fast fünf Prozent. Das geht aus dem aktuellen Industriebarometer von EY hervor, das Rohdaten des Statistischen Bundesamtes auswertet. Der Arbeitsmarkt spürt die Folgen. Allein im vergangenen Jahr bauten Industriebetriebe mehr als 124.000 Arbeitsplätze ab. Bereits 2024 fielen 56.000 Stellen weg. Seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 sind insgesamt über 266.000 Jobs verloren gegangen. Das entspricht einem Rückgang von knapp fünf Prozent der industriellen Beschäftigung.

Fahrzeugbau im freien Fall

Keine Branche trifft es härter als die Automobilindustrie. Dort verschwanden seit 2019 mehr als 111.000 Arbeitsplätze. Im vergangenen Jahr allein waren es fast 50.000. Textil- und Metallverarbeitung verzeichneten ebenfalls zweistellige Rückgänge. Einzig Chemie, Pharma und Elektrotechnik konnten gegen den Trend leicht zulegen. Die Zahl der Insolvenzen erreichte den höchsten Wert seit zwölf Jahren. Bis November 2025 wurden fast 1.500 Verfahren eröffnet, elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Seit 2021 hat sich die Zahl nahezu verdoppelt.

Investitionsschwäche als Kernproblem

Jan Brorhilker, bei EY Deutschland verantwortlich für den Bereich Assurance, identifiziert ein strukturelles Defizit. Hohe Standortkosten und fehlendes Vertrauen in eine wirtschaftliche Erholung bremsen Investitionen. Nur der Export verhindere einen noch tieferen Absturz.