FedEx & Advent: 7,8-Mrd.-Euro-Buyout für InPost

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February 18, 2026
18.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Ein Konsortium aus FedEx, Advent International, PPF Group und Gründer Rafał Brzoska legt ein Barangebot von 15,60 Euro je Aktie vor. 50 Prozent über dem Januar-Kurs und ein strategisches Signal für die Bedeutung automatisierter Last-Mile-Logistik in Europa.

7,8 Milliarden Euro für 61.000 Paketstationen in neun Ländern

Am 9. Februar 2026 haben Fonds von Advent International, FCWB LLC als hundertprozentige FedEx-Tochter, A&R Investments von InPost-Gründer Rafał Brzoska sowie die PPF Group eine bindende Vereinbarung über ein empfohlenes Barangebot für alle ausstehenden InPost-Aktien zu 15,60 Euro je Aktie getroffen. Die implizite Bewertung beläuft sich auf rund 7,8 Milliarden Euro und entspricht einem Aufschlag von 50 Prozent auf den ungestörten Kurs vom 2. Januar 2026. Nach Settlement halten Advent und FedEx jeweils 37 Prozent, Brzoska über A&R 16 Prozent; PPF veräußert seinen gesamten Anteil, reinvestiert aber einen Teil der Erlöse und hält anschließend 10 Prozent. Bereits rund 48 Prozent der ausstehenden Aktien wurden verbindlich zugesagt. Der Abschluss der Transaktion ist für das zweite Halbjahr 2026 geplant, vorbehaltlich Aktionärs- und Regulierungszustimmung; das formale Angebot soll im zweiten Quartal 2026 starten.

Strategische Logik: FedEx sichert sich Europas Out-of-Home-Netzwerk

Für FedEx ist der Deal weit mehr als ein Finanzinvestment: Der Konzern erhält Zugang zu über 61.000 automatisierten Paketstationen in neun europäischen Ländern und schließt damit eine strukturelle Lücke im Out-of-Home-Segment. Geplant sind auf Arm-Length-Basis geschlossene kommerzielle Vereinbarungen, die grenzüberschreitende Sendungsabwicklung für europäische E-Commerce-Kunden ermöglichen sollen. InPost wird weiterhin eigenständig unter eigener Marke und mit Sitz in Polen operieren, geführt von CEO Brzoska, der auch künftig im Amt bleibt. Einzelne Minderheitsaktionäre sehen das Angebot kritisch: Adam Montanaro von Montanaro Asset Management bezeichnete einen Preis unterhalb des IPO-Niveaus als „offensichtliche Unterbewertung", da Umsatz und Gewinn seit dem Börsengang mehr als verdoppelt worden seien. Rechtsberater für FedEx und das Konsortium ist Baker McKenzie; J.P. Morgan begleitet InPost als Fairness-Opinion-Geber.