Wall Street zurück: Alle Augen auf Genf

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February 17, 2026
18.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Nach dem Presidents’ Day kehrt die US-Börse zurück in ein Marktumfeld, das von KI-Neubewertung, europäischer Stärke und geopolitischen Weichenstellungen geprägt wird.

Europa hält die Stellung

Während die Wall Street am Montag pausierte, verzeichnete Europa eine ruhige Handelssitzung: Der DAX gab 0,46 Prozent nach, der CAC40 schloss nahezu unverändert. Dahinter verbergen sich jedoch bemerkenswerte Einzelentwicklungen: Der Schweizer SMI markierte mit 13.670 Punkten ein neues Allzeithoch, der FTSE 100 in London erreichte mit 10.474 Punkten ebenfalls einen neuen Schlussrekord. Europas Aktienmarkt stützt sich seit Monaten auf zwei Sektoren mit Rückenwind: Finanzdienstleistungen profitieren von solidem Zinsumfeld und starken Quartalsergebnissen, der Verteidigungssektor zieht Kapital an, weil Anleger von dauerhaft erhöhten Verteidigungsbudgets ausgehen.

KI-Euphorie weicht nüchterner Analyse

Mit der Rückkehr der Wall Street rückt das Thema Künstliche Intelligenz wieder ins Zentrum. Der Markt tritt in eine Phase nüchterner Bewertung ein: Investoren hinterfragen die kurzfristige Rentabilität massiver KI-Investitionen und unterscheiden zunehmend zwischen strukturellen Gewinnern und Unternehmen mit gefährdeten Geschäftsmodellen. Das schafft Spielraum für ausgeprägte Stimmungswechsel von Euphorie zu Ernüchterung binnen weniger Handelstage - eine Marktdynamik, die für Portfoliomanager und CFOs gleichermaßen Relevanz hat.

Geopolitik als Preistreiber

Makroökonomisch dominieren die Genfer Gespräche das Sentiment: Sowohl die US-Iran-Verhandlungen als auch die Russland-Ukraine-Gespräche unter amerikanischer Ägide könnten die Ölpreise und damit die Inflationserwartungen maßgeblich beeinflussen. Der Ölpreis legte zuletzt zu, da Marktteilnehmer eine erhöhte geopolitische Risikoprämie einpreisten, paradoxerweise vor dem Hintergrund von OPEC+-Gerüchten über eine Ausweitung der Förderung ab April.