An der Führungsspitze der deutschen PwC-Landesgesellschaft hat ein Generationswechsel stattgefunden. Petra Justenhoven verlässt das Haus, ihre Nachfolge tritt zum Halbjahresbeginn Marc Billeb an. Der 54-Jährige übernimmt gleichzeitig eine europaweite Rolle.
Wenn ein Beratungshaus dieser Größe seinen Kopf austauscht, geht ein langer Auswahlprozess voraus. Bei PwC endete er bereits vor mehr als sechs Monaten. Im Dezember stellten sich die rund 700 Partnerinnen und Partner hinter Billeb, und zwar direkt im ersten Durchgang. Der Aufsichtsrat bestätigte anschließend das gesamte Führungsteam für die neue Amtsperiode, die mit dem ersten Julitag beginnt. Justenhoven hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet und ist am 30. Juni ausgeschieden.
Wer die Karriere des neuen Sprechers verfolgt, erkennt eine Konstante: Billeb hat sein gesamtes Berufsleben bei PwC verbracht. Seit 1998 ist er dort tätig, seit 2008 gehört er zum Kreis der Partner. Fachlich bringt er die Doppelqualifikation als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater mit. Zu seinen bisherigen Stationen zählen führende Positionen in der Prüfung und Beratung. Zuletzt verantwortete er ab Juli 2023 den Bereich Risk and Regulatory.
Inhaltlich möchte Billeb das Zusammenspiel von Prüfung und Beratung als tragende Säule bewahren. Gleichzeitig will er die Bereiche neben dem klassischen Kerngeschäft stärker aufstellen, etwa das Geschäft mit Allianzpartnern, digitale Angebote oder ausgelagerte Dienstleistungen. Besondere Priorität misst er der Verbindung von Fachwissen und Technologie bei. Sowohl Systeme als auch Schulungen für die Belegschaft sollen deutlich mehr Mittel erhalten. In seinen Worten liege der Ehrgeiz nicht darin, Kunden bloß Technik anzubieten, sondern konkrete Ergebnisse zu erzielen. Aus dem Zusammenspiel entsteht das, was das Haus als „PwC Intelligence" bewirbt.
Zeitgleich mit dem deutschen Mandat rückt Billeb an die Spitze von PwC Europe. Dieser Verbund koordiniert die Aktivitäten in sechs Ländern, neben Deutschland auch die Landesgesellschaften in Belgien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und der Türkei. Seine Aufgabe wird es sein, länderübergreifende Investitionen zu bündeln, Wachstumsvorhaben abzustimmen und die Verzahnung mit dem weltweiten PwC-Netzwerk enger zu gestalten. Justenhoven hatte diese Funktion seit Sommer 2022 innegehabt.




