68 Prozent der befragten Fachleute erwarten, dass KI den Bedarf an Early-Career-Rollen in der Wirtschaftsprüfung reduziert. Doch die Berufseinsteiger selbst sehen die Entwicklung differenzierter als viele annehmen.
Die Big Four haben die Zahl ihrer Junior-Einstellungen in den letzten zwei Jahren reduziert. Gleichzeitig zeigt die ICAEW-Forschung zur Evolution mittelgroßer Wirtschaftsprüfungsgesellschaften: 68 Prozent der Befragten erwarten, dass KI den Bedarf an Early-Career-Rollen verringern wird. Die Berufseinsteiger selbst sehen das gelassener. Chris MacDonald, ICAEW-Student bei DG Accountancy Services, glaubt, KI mache den Beruf attraktiver, weil neue Mitarbeitende schneller zu anspruchsvolleren Aufgaben gelangen. Erin James, Trainee bei PKF Francis Clark im letzten ACA-Prüfungsjahr, sieht es ähnlich: KI übernehme nicht-wertschöpfende Aufgaben wie das manuelle Abtippen von Bankauszügen, die Analyse der Zahlen bleibe Menschensache. Matthew Laurenti, Assistant Manager bei PKF Smith Cooper, betont jedoch: Als Reviewer sehe man sofort, wenn Trainees zu stark auf KI vertraut haben, ohne die Logik dahinter zu verstehen.
KI beschleunigt den Trend zu Advisory-Arbeit und Kundenkontakt. Ob Berufseinsteiger bereit sind, früher direkt mit Mandanten zu kommunizieren, wird kontrovers diskutiert. MacDonald sieht das als Chance, gerade für eine Generation, die echte Verbindungen und Authentizität schätze. James beschreibt, wie sie sich durch ein zunächst überwältigendes Kundengespräch Schritt für Schritt Sicherheit erarbeitete. Zur Technologie selbst mahnt Laurenti zur Vorsicht: In einem Test konnte ein KI-Tool einfache Summen aus Gehaltsabrechnungen nicht korrekt berechnen. KI sei nur so gut wie der Prompt dahinter. Für Jobsicherheit sieht MacDonald keinen Grund zur Panik: Die Rede von KI, die alle Jobs übernimmt, sei vor allem eines: Schwarzmalerei.




