Mit 23 Manager bei Deloitte: Warum er zu AlixPartners wechselte

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July 3, 2026
03.07.2026
5 Minuten Lesezeit

Früh Verantwortung, steile Lernkurve, exzellentes Netzwerk: Max Weltersbach hat bei Deloitte eine außergewöhnliche Karriere gemacht. Warum er sich dennoch bewusst für einen neuen Schritt entschieden hat und was ihn zu AlixPartners trieb.

Lernkurve statt Organigramm

Mit 23 Jahren zum Manager befördert zu werden, gilt in der Beratungsbranche als außergewöhnlich. Weltersbach hat seine Karriere dabei nie am nächsten Titel ausgerichtet, sondern stets an der Frage, wo die größten Entwicklungsschritte möglich sind. Bei Deloitte bot sich früh die Gelegenheit, große Transformationsprogramme mitzugestalten, Teams zu führen und Verantwortung für Kunden und Business Development zu übernehmen. Unterstützt wurde er dabei von einem Mentor, der ihn förderte und gleichzeitig forderte. Der Wechsel war ausdrücklich keine Entscheidung gegen Deloitte; Weltersbach blickt mit großer Dankbarkeit auf diese Zeit zurück. Vielmehr war es ein bewusster Schritt in ein Umfeld, in dem er sich erneut herausfordern und von erfahrenen Praktikern lernen kann.

Was AlixPartners anders macht

Bei AlixPartners überzeugte Weltersbach vor allem das Seniority-Modell: Viele Kolleg:innen haben selbst Unternehmen geführt, Restrukturierungen verantwortet oder kritische Transformationen umgesetzt. Das schafft eine andere Qualität in Diskussionen und eine enorme Lernkurve. Hinzu kommt eine konsequent umsetzungsorientierte Arbeitsweise: Entscheidungen werden pragmatisch und faktenbasiert getroffen, Verantwortung gemeinsam mit dem Management übernommen. AlixPartners versteht sich nicht als externer Berater, der ein Konzept übergibt und wieder verschwindet, sondern als Partner, der eng mit operativen Teams zusammenarbeitet und messbare Ergebnisse liefert. Der Beratungsmarkt verschiebt sich aus seiner Sicht zunehmend von reiner Strategieentwicklung hin zur Kombination aus Strategie, Umsetzung und nachhaltiger Verankerung in der Organisation.

Rat an junge Berater

Wer früh Verantwortung übernehmen will, sollte nicht darauf warten, sich zu 100 Prozent bereit zu fühlen. Dieses Gefühl kommt selten. Die größten Entwicklungssprünge entstehen oft genau dann, wenn man sich bewusst in Situationen begibt, die einen fordern. Neugier und Resilienz waren für Weltersbach rückblickend entscheidender als ein klarer Karriereplan. Viele Chancen entstanden, weil er Verantwortung annahm und das Vertrauen von Mentoren und Führungskräften gewann. Sein Fazit: Karriere ist nie eine Einzelleistung, und manchmal ist der mutigste Schritt, sich bewusst neu zu beweisen.

Das vollständige Interview mit Max Weltersbach finden Sie hier:

1. Du wurdest bereits mit 23 Jahren bei Deloitte zum Manager befördert. Warum war das für dich dennoch der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel?

Ich habe immer versucht, meine Karriere entlang meiner Lernkurve und nicht entlang eines Organigramms zu steuern. Deshalb war für mich die Frage nie, wie schnell ich den nächsten Titel erreichen kann, sondern wo ich die größten Entwicklungsschritte machen, die meiste Verantwortung übernehmen und am meisten lernen kann.

Bei Deloitte hatte ich das Privileg, sehr früh in verantwortungsvolle Rollen zu kommen. Ich konnte bereits in jungen Jahren große Transformationsprogramme mitgestalten, Projekte leiten, Teams aufbauen und führen sowie Verantwortung für Kunden, Delivery und Business Development übernehmen. Dabei hatte ich das Glück, von einem herausragenden Mentor begleitet zu werden, der mich auf diesem Weg unterstützt und gleichzeitig immer wieder gefordert hat.

Genau diese Kombination aus Verantwortung, steiler Lernkurve und der Zusammenarbeit mit sehr klugen Menschen hat mich über viele Jahre hinweg begeistert. Deloitte bietet aus meiner Sicht ein außergewöhnliches Umfeld für persönliche Weiterentwicklung, lebenslanges Lernen und die Möglichkeit, in unterschiedlichsten Situationen und Industrien Erfahrungen zu sammeln. Deshalb war die Entscheidung zu gehen auch keine Entscheidung gegen Deloitte. Im Gegenteil: Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf diese Zeit zurück und hätte dort sicherlich auch einen sehr erfolgreichen weiteren Karriereweg einschlagen können.

Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass es der richtige Zeitpunkt war, mich bewusst wieder in Situationen zu begeben, in denen ich nicht automatisch derjenige bin, der die Antworten kennt. Ich wollte wieder näher an die wirklich kritischen Managementherausforderungen heranrücken, komplexere Situationen erleben und von Menschen lernen, die solche Situationen bereits vielfach gemeistert haben.

Ehrlicherweise wollte ich auch wieder häufiger derjenige im Raum sein, der zuhört statt antwortet. Genau dort findet aus meiner Erfahrung das größte Wachstum statt. Ich habe früh gelernt, dass Karriere nicht immer bedeutet, den eingeschlagenen Weg einfach weiterzugehen. Manchmal ist der mutigere Schritt, bewusst in ein Umfeld zu wechseln, in dem man sich neu beweisen muss.

2. Was hat dich an AlixPartners überzeugt und wie unterscheidet sich die Arbeitsweise einer spezialisierten Transformationsberatung von einer Big Four?

Für mich war der Wechsel zu AlixPartners vor allem eine bewusste Entscheidung für eine andere Art von Beratung. Bei Deloitte habe ich unglaublich viel gelernt und an vielen spannenden Projekten gearbeitet. Was mich an AlixPartners besonders gereizt hat, war die konsequente Fokussierung auf Situationen, in denen Ergebnisse wirklich zählen – die klassischen „When it really matters“-Momente.

Dabei geht es häufig um Transformationen, Restrukturierungen oder Turnarounds in den unterschiedlichsten Industrien und Bereichen, bei denen der Handlungsdruck hoch ist und es nicht reicht, eine gute Strategie zu entwickeln. Die Frage ist vielmehr, wie man konkrete Ergebnisse erzielt und die Organisation erfolgreich durch anspruchsvolle Veränderungen führt.

Besonders überzeugt hat mich das Seniority-Modell. Bei AlixPartners arbeiten überwiegend sehr erfahrene Kolleginnen und Kollegen, viele mit operativem Hintergrund und jahrzehntelanger Managementerfahrung. Man sitzt häufig mit Menschen am Tisch, die selbst schon Unternehmen geführt, Restrukturierungen verantwortet oder kritische Transformationen umgesetzt haben. Das schafft eine andere Qualität in Diskussionen und Entscheidungen und bietet gleichzeitig eine enorme Lernkurve.

Ein weiterer Unterschied ist die Arbeitsweise. AlixPartners versteht sich nicht als externer Berater, der ein Konzept übergibt und wieder verschwindet. Wir arbeiten eng mit dem Management zusammen, ergänzen bestehende Teams und übernehmen gemeinsam Verantwortung für die Umsetzung. Es geht darum, Kapazitäten und Erfahrung einzubringen, nicht darum, die Organisation zu ersetzen.

Mich hat außerdem die starke Umsetzungsorientierung überzeugt. Entscheidungen werden pragmatisch und faktenbasiert getroffen. Natürlich spielen Analysen eine wichtige Rolle, aber wir verbringen nicht Monate damit, jede mögliche Hypothese zu untersuchen. Stattdessen geht es darum, mit ausreichend Informationen die richtigen Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und ins Handeln zu kommen.

Was ich ebenfalls schätze, ist das starke Operator Mindset. Der Fokus liegt nicht auf kurzfristigen Einsparungen oder theoretischen Zielbildern, sondern auf nachhaltigen Ergebnissen. Die Frage lautet immer: Was funktioniert operativ? Was ist realistisch umsetzbar? Und wie stellen wir sicher, dass die Verbesserungen auch dann noch Bestand haben, wenn das Projekt längst abgeschlossen ist?

Zusammengefasst würde ich sagen: Bei einer Big Four lernt man, komplexe Probleme strukturiert zu analysieren und Transformationen zu begleiten. AlixPartners geht für mich einen Schritt weiter. Hier stehen erfahrene Praktiker, konsequente Umsetzung, mutige Entscheidungen und messbare Ergebnisse im Mittelpunkt. Genau dieses Umfeld hat mich gereizt.

3. Welche Rolle spielen deine Erfahrungen in Financial Services und Private Equity heute bei AlixPartners?

Meine Erfahrungen in Financial Services und Private Equity helfen mir heute vor allem dabei, Transformationen nicht nur methodisch, sondern auch aus einer inhaltlichen und wirtschaftlichen Perspektive zu betrachten. Tiefes Branchenwissen ist aus meiner Sicht wichtig, um Kunden wirklich auf Augenhöhe beraten zu können und die spezifischen Herausforderungen ihres Geschäftsmodells, ihres regulatorischen Umfelds und ihrer Werttreiber zu verstehen.

Gleichzeitig profitiere ich von den vielen Transformations-, Effizienz-, Integrations- und Wachstumsprogrammen, die ich in unterschiedlichen Situationen begleiten durfte. Mit der Zeit entwickelt man ein Gespür dafür, welche Hebel in der Praxis tatsächlich funktionieren, wo typische Stolpersteine liegen und welche Maßnahmen realistisch umsetzbar sind. Viele Situationen sind zwar nie identisch, aber gewisse Muster wiederholen sich.

Besonders die Private-Equity-Perspektive hat meinen Blick auf Wertschöpfung, Umsetzungsgeschwindigkeit und Ergebnisorientierung geprägt. Dort wird sehr konsequent hinterfragt, welche Maßnahmen tatsächlich Wirkung erzeugen und wie schnell diese realisiert werden können. Diese Denkweise passt sehr gut zu AlixPartners.

Am Ende geht es darum, Erfahrungen aus vielen unterschiedlichen Transformationen mitzubringen und diese pragmatisch auf die jeweilige Situation anzuwenden. Kunden erwarten heute auch Orientierung auf Basis von Expertise aus vergleichbaren Situationen. Genau dabei helfen mir meine bisherigen Erfahrungen in Financial Services und Private Equity.

4. Du beschreibst den Beratungsmarkt als zunehmend umsetzungsorientiert. Warum reichen reine Strategiekonzepte bei Transformationen heute häufig nicht mehr aus?

Wir beobachten zunehmend, dass die eigentliche Herausforderung heute nicht mehr darin liegt, die richtige Strategie zu entwickeln, sondern sie erfolgreich umzusetzen. Die meisten Unternehmen verstehen die großen Themen – sei es Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, ESG oder die Transformation ihres Geschäftsmodells. An einem grundsätzlichen Strategieverständnis mangelt es in der Regel nicht.

Die entscheidende Frage ist vielmehr: Wie bekomme ich die Strategie in die Organisation und letztlich in die Ergebnisse? Genau hier entstehen häufig die sogenannten Execution Gaps. Zwischen einer überzeugenden Präsentation im Vorstand und einer tatsächlichen Veränderung im Tagesgeschäft liegen oft Welten.

Transformationen scheitern selten an fehlenden Ideen, sondern an mangelnder Umsetzung, fehlendem Buy-in der Organisation, unklaren Verantwortlichkeiten oder daran, dass die Veränderung nicht konsequent gesteuert wird. Unternehmen brauchen Partner, die nicht nur sagen, was getan werden sollte, sondern die gemeinsam mit dem Management dafür sorgen, dass es tatsächlich passiert.

Das ist aus meiner Sicht auch eine der großen Stärken von AlixPartners. Wir starten nicht mit der theoretischen Zielvision, sondern arbeiten sehr eng mit Management und operativen Teams zusammen, um früh Akzeptanz und Vertrauen aufzubauen. Wir verstehen, wie das Geschäft tatsächlich funktioniert, definieren realistische und umsetzbare Maßnahmen und übernehmen Verantwortung für die Umsetzung.

Gleichzeitig schaffen wir schnelle, messbare Ergebnisse, ohne den Blick für die langfristige Transformation zu verlieren. Entscheidend ist dabei, dass Veränderungen auch nachhaltig in der Organisation verankert werden – bei Prozessen, Governance, Kultur und den Menschen. Denn am Ende ist eine Transformation nur dann erfolgreich, wenn die Ergebnisse auch nach dem Ende des Projekts Bestand haben.

Deshalb verschiebt sich der Beratungsmarkt aus meiner Sicht zunehmend von der reinen Strategieentwicklung hin zur Kombination aus Strategie, Umsetzung und nachhaltiger Verankerung von Veränderungen.

5. Welchen Rat würdest du jungen Berater:innen geben, die früh Verantwortung übernehmen oder über einen ähnlichen Karriereschritt nachdenken?

Mein wichtigster Rat wäre, sich nicht zu früh selbst zu limitieren. Viele warten darauf, dass sie sich zu 100 % bereit fühlen, bevor sie den nächsten Schritt gehen oder mehr Verantwortung übernehmen. Nach meiner Erfahrung kommt dieses Gefühl aber selten. Die größten Entwicklungssprünge entstehen oft genau dann, wenn man sich bewusst in Situationen begibt, die einen fordern.

Gleichzeitig würde ich jungen Berater:innen raten, neugierig zu bleiben und sich nicht zu sehr auf den nächsten Titel zu fokussieren. Am Ende sind es die Erfahrungen, die Projekte und die Menschen, mit denen man arbeitet, die einen weiterbringen.

Und vielleicht noch ein letzter Punkt: Habt keine Angst vor Fehlern oder Rückschlägen. Jeder Karriereweg hat Phasen, in denen Dinge nicht nach Plan laufen. Entscheidend ist nicht, jeden Schritt perfekt zu machen, sondern aus Erfahrungen zu lernen, Verantwortung zu übernehmen und den Mut zu haben, die nächste Herausforderung trotzdem anzunehmen.

6. Welche Eigenschaften oder Erfahrungen waren für deine schnelle berufliche Entwicklung besonders entscheidend?

Mein Karriereweg mag im Rückblick sehr gradlinig wirken, tatsächlich hat er sich für mich aber selten so angefühlt. Es gab unterschiedliche Phasen mit Höhen und Tiefen, Unsicherheiten und auch schwierigen Entscheidungen. Ich musste dabei früh lernen, mit Rückschlägen umzugehen, Dinge einzuordnen und nach vorne zu schauen, anstatt mich zu lange mit dem zu beschäftigen, was nicht funktioniert hat. Eine meiner wichtigsten Stärken war deshalb Resilienz – die Fähigkeit, auch in herausfordernden Situationen dranzubleiben, aus Erfahrungen zu lernen und weiter nach vorne zu gehen.

Ich habe ehrlicherweise nie besonders viel Zeit damit verbracht, finale Ziele zu definieren. Stattdessen habe ich versucht, den Weg und die täglichen Herausforderungen zu genießen. Viele Chancen in meiner Karriere haben sich ergeben, weil ich bereit war, Verantwortung zu übernehmen, Neues auszuprobieren und auch Aufgaben anzunehmen, für die ich mich anfangs vielleicht noch nicht zu 100 % bereit gefühlt habe. Rückblickend habe ich genau in diesen Situationen am meisten gelernt.

Wichtig war für mich auch, Entscheidungen zu treffen – gerade die schwierigen. In meiner Erfahrung gibt es selten den perfekten Zeitpunkt oder die vollständige Informationslage. Irgendwann muss man eine Richtung wählen und den eingeschlagenen Weg konsequent verfolgen. Nicht jede Entscheidung war im Nachhinein perfekt, aber jede hat mir neue Erfahrungen und wichtige Lernmomente gebracht.

Ein weiterer entscheidender Faktor waren die Menschen, mit denen ich arbeiten durfte. Mentoren, Kollegen und Führungskräfte haben meine Entwicklung stark geprägt. Viele Türen haben sich geöffnet, weil Menschen mir Vertrauen geschenkt haben. Deshalb habe ich immer versucht, bewusst Beziehungen aufzubauen, mein Netzwerk zu pflegen und von den Erfahrungen anderer zu lernen. Karriere ist aus meiner Sicht nie eine Einzelleistung.

Es ist wichtig, immer wieder Momente zu haben, in denen man kurz innehält und sich bewusst macht, was man gerade macht, wo man steht und wo man hinmöchte. Gerade in einem anspruchsvollen Umfeld springt man oft von Herausforderung zu Herausforderung. Umso wichtiger ist es, gelegentlich stehen zu bleiben, zurückzuschauen und die eigene Entwicklung bewusst wahrzunehmen. Das gibt Orientierung und hilft dabei, die nächsten Entscheidungen klarer zu treffen.

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