Jedes dritte Unternehmen in Deutschland plant 2026 einen Stellenabbau. Eine Auswertung von 3.207 Kündigungsfällen zeigt, welche Merkmale das Entlassungsrisiko erhöhen und was Betroffene jetzt tun sollten.
Laut einer aktuellen Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft plant jedes dritte Unternehmen in Deutschland 2026 einen Stellenabbau, in der Industrie sind es sogar 41 Prozent. Der Kündigungsatlas des Onlineportals Allright analysierte 3.207 Kündigungsfälle und liefert ein konkretes Bild: Männer waren mit 57,4 Prozent häufiger betroffen als Frauen mit 42,6 Prozent. Das Durchschnittsalter der Betroffenen lag bei 41,4 Jahren, die größte Altersgruppe bildeten die 31- bis 40-Jährigen mit 34,3 Prozent. Besonders auffällig: Längere Betriebszugehörigkeit schützt nicht automatisch. Die meisten Kündigungen erfolgten nach zwei bis fünf Jahren Beschäftigungsdauer, auf diese Gruppe entfielen 34,4 Prozent der Fälle. In 5,2 Prozent der Fälle endete das Arbeitsverhältnis bereits innerhalb der ersten sechs Monate.
Beim Einkommen zeigt sich eine deutliche Lücke: Männer verdienten zum Zeitpunkt der Kündigung im Durchschnitt 4.442,80 Euro brutto monatlich, Frauen 3.226,87 Euro, eine Differenz von 27,4 Prozent. Diese Lücke setzt sich bei Abfindungen fort: Wo überhaupt eine Abfindung gezahlt wurde, erhielten Männer im Schnitt 8.349,82 Euro, Frauen 5.836,04 Euro. Arbeitsrechtsexpertin Rabia Zayani von Allright erklärt: Wer weniger verdient, trägt nach der Kündigung auch eine doppelte Last, weil Abfindungen und Arbeitslosengeld geringer ausfallen. Auffällig ist auch der Zeitpunkt: 2026 entfielen die meisten Kündigungen auf den Freitag. Betroffene sollten unbedingt die Drei-Wochen-Frist für eine Kündigungsschutzklage im Blick behalten. Zayani rät, vor Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrags anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.




