Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS legt seinen geplanten Börsengang auf Eis. Investoren ließen sich nicht von der angestrebten Bewertung überzeugen.
KNDS wollte seine Aktien vor der Mitte Juli beginnenden Sommerpause im Rahmen einer Doppelnotierung in Frankfurt und Paris platzieren. Laut einem Bericht der Financial Times hatten die Eigentümer jedoch Schwierigkeiten, Investoren von der angestrebten Mindestbewertung von 12,5 Milliarden Euro zu überzeugen. Banker hielten 15 Milliarden Euro für realistisch; vor einigen Monaten war sogar von bis zu 20 Milliarden Euro die Rede gewesen. Der Konzern teilte mit, den Börsengang erst bei Wiederkehr besserer Marktbedingungen fortzusetzen.
Deutschland und Frankreich hatten sich erst kurz zuvor auf die künftige Eigentümerstruktur geeinigt. Aktuell halten der französische Staat und die deutsche Eigentümerfamilie Wegmann jeweils 50 Prozent an KNDS. Geplant war, dass der französische Anteil auf 40 Prozent sinkt, der Bund einen gleichwertigen Anteil von der Wegmann-Familie übernimmt und die verbleibenden 20 Prozent an die Börse gebracht werden. Die Kosten für den Bundeseinstieg wurden laut einem Spiegel-Bericht auf bis zu 7,2 Milliarden Euro geschätzt. Der Bund hält an seinen Plänen fest, doch dürfte sich der Einstieg nun verzögern.
KNDS entstand 2015 durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter. Der Konzern beschäftigt rund 11.000 Menschen und erzielte 2025 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro. Neben dem Kampfpanzer Leopard 2 stellt KNDS auch den Schützenpanzer Puma, gepanzerte Boxer-Fahrzeuge und Artilleriesysteme her. Der abgesagte Börsengang fällt in eine Phase starker Kursschwankungen bei Rüstungsaktien: Der tschechische Rüstungskonzern CSG hat seit seinem Börsendebüt mehr als die Hälfte seines Wertes verloren, auch der Kurs von Rheinmetall ist zuletzt stark eingebrochen.




