Mit der Übernahme von Thyrolf & Uhle beschleunigt die Salzgitter AG ihre strategische Neuausrichtung und positioniert sich als Werkstofflieferant in einem der derzeit dynamischsten Wachstumssegmente Europas.
Die Salzgitter AG übernimmt die Thyrolf & Uhle GmbH mit Sitz in Dessau-Roßlau – ein mittelständisches Unternehmen, das seit 1859 Metall verarbeitet und heute rund 100 Mitarbeitende beschäftigt. Thyrolf & Uhle verfügt über eine jährliche Stahlverarbeitungskapazität von über 12.000 Tonnen und ist spezialisiert auf Stahlkomponenten für den ballistischen Schutz sowie den zivilen und militärischen Fahrzeugbau. Entscheidend für die Transaktion sind die bestehenden Zertifizierungen des Targets: die Qualifikation zur Bearbeitung von Sicherheitssthählen gemäß TL-2350-0000 sowie die Herstellerqualifikation nach DIN 2303 Q3 BK sind am Markt schwer zu replizieren. Über die Transaktionsmodalitäten haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart; die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Freigaben.
Das Akquisitionsrationale folgt einer klaren Marktlogik: Die veränderte Sicherheitslage in Europa treibt die Nachfrage nach qualifizierter Wehrtechnik und den dafür notwendigen Vormaterialien massiv an. Thyrolf & Uhle liefert Sicherheitsstähle in den Güten SECURE® 400, 450, 500 und 600 und bedient damit genau jenes Segment, das im Zuge gestiegener Verteidigungsausgaben in Deutschland und Europa überproportional wächst. Vorstandsvorsitzender Gunnar Groebler rahmt die Transaktion entsprechend ein: „Deutschland und Europa benötigen eine leistungsfähige Defence-Industrie mit einer qualifizierten Werkstoffbasis, um sich in den geopolitischen Verwerfungen zu behaupten.“ Für den Salzgitter-Konzern ist der Zukauf kein Einzelfall, sondern Teil eines aktiven Portfoliomanagements, das gezielt Wachstumsfelder adressiert.




