Viele Firmen lassen autonome Systeme bereits selbstständig arbeiten, obwohl ihre Daten dafür kaum taugen. Nur eine winzige Minderheit hält sich wirklich für gewappnet.
Wenn es um agentenbasierte KI geht, zücken Unternehmen das Scheckbuch. Knapp 60 Prozent geben Millionenbeträge für solche Systeme aus, die selbstständig Aufgaben erledigen sollen. Doch was unter der Haube passiert, sieht düsterer aus. Der Anbieter Fivetran hat 400 Datenfachleute aus verschiedenen Weltregionen befragen lassen. Das Ergebnis: Gerade einmal jedes siebte Unternehmen traut sich zu, technologisch vollständig vorbereitet zu sein. Trotzdem schicken vier von zehn Firmen ihre digitalen Helfer schon in den Einsatz. Fivetran-Chef George Fraser sieht darin den eigentlichen Stolperstein der Branche. Nicht die Algorithmen seien das Problem, sondern die Tatsache, dass kaum jemand seine Daten im Griff habe.
Die Untersuchung zerlegt die Reife in mehrere Bereiche: Wie aktuell sind die Daten? Lässt sich nachvollziehen, woher sie stammen? Gibt es klare Regeln für ihren Umgang? Funktionieren die eingesetzten Systeme miteinander? Über alle Punkte hinweg landen die Befragten bei knapp über 60 Prozent. Als größtes Hindernis nennen die Teilnehmer fehlende Qualität und unklare Herkunft ihrer Daten. Gut vier von zehn sehen darin ihr Hauptproblem. Fast genauso viele plagen sich mit gesetzlichen Auflagen und Sorgen um den Schutz sensibler Informationen. Hinzu kommt der Wunsch, nicht von einzelnen Anbietern abhängig zu werden. Acht von zehn Befragten halten es für entscheidend, dass verschiedene Plattformen reibungslos zusammenspielen. Doch viele beklagen genau das Gegenteil.
Zwischen den Vorreitern und dem Rest klafft eine deutliche Lücke. Wer seine Datenströme automatisiert hat, deren Weg lückenlos dokumentiert und auf offene Standards setzt, kommt schneller voran. Solche Firmen blicken auch zuversichtlicher auf die Frage, ob sich ihre Investitionen am Ende auszahlen. Eine Prognose von Gartner unterstreicht das Risiko. Die Marktforscher gehen davon aus, dass bis Ende 2027 mehr als ein Drittel aller Projekte mit autonomer KI eingestellt sein wird. Als Gründe nennen sie überzogene Kosten, fehlende klare Erträge und genau jene Schwachstellen, die nun auch die Fivetran-Studie offenlegt.




