Nach KPMG, EY und Deloitte tritt jetzt auch PwC in einen unangenehm konsistenten Klub ein: Big-Four-Häuser, deren Fachpublikationen mit KI-generierten Fehlern aufgeflogen sind. Die Untersuchung stammt vom Analyseunternehmen GPTZero.
Im Fokus stehen vier Reports von PwC Middle East aus den Jahren 2024 bis 2026. Beim Report „Transforming Governance" ermittelte GPTZero eine KI-Wahrscheinlichkeit von 84 Prozent, ohne Berücksichtigung des Literaturverzeichnisses sogar 100 Prozent. Der Report bewirbt ein PwC-Instrument namens „Citizen Pulse" und behauptet dessen Einsatz durch die Regierungen Dänemarks, Saudi-Arabiens, der USA und Australiens, wofür laut den GPTZero-Autoren Paul Esau, Om Ogale und Alex Cui keine öffentlichen Belege existieren. Von 17 Quellenangaben ließen sich lediglich 10 im Text zuordnen. Auch die weiteren drei Reports enthielten fabrizierte Zahlen und unpassende Quellen, im Fall des Reports zu „Cyber-Resilient eMobility" sogar eine URL, die auf ChatGPT verwies.
PwC Middle East erklärte, man aktualisiere die betroffenen Quellenangaben in begrenztem Umfang und verwies auf bestehende Qualitätskontrollen im Rahmen des eigenen Responsible-AI-Ansatzes.
Im vergangenen Monat hatte GPTZero bereits einen KPMG-Report zu agentischer KI mit denselben Symptomen entlarvt, im Mai musste EY eine Studie zu Kundenbindungsprogrammen wegen KI-Halluzinationen zurückziehen. Im Oktober zahlte Deloitte einen Teil eines Auftrags an die australische Bundesregierung zurück, weil Zitate frei erfunden waren. Für Aufsichten und Mandanten stellt sich damit eine unbequeme Frage: Wie belastbar sind Beraterpublikationen im KI-Zeitalter überhaupt noch?




