Österreich hat den dritthöchsten Gender-Pay-Gap der EU

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July 29, 2026
03.08.2026
2 Minuten Lesezeit

Eine neue Wifo-Auswertung zeigt strukturelle Nachteile für Frauen am österreichischen Arbeitsmarkt. Vor allem Betreuungspflichten treiben die Teilzeitquote und damit die Lohnlücke in die Höhe.

Dritthöchste Teilzeitquote und Lohnlücke der EU

Der aktuelle Arbeitsmarktmonitor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, dass Österreich im europäischen Vergleich zwar durch hohe Produktivität, niedrige Arbeitslosigkeit und ein starkes soziales Netz gut aufgestellt ist, bei der Gleichstellung aber deutliche Nachteile für Frauen bestehen. Besonders auffällig ist laut Wifo-Ökonom Helmut Mahringer die hohe Teilzeitquote. Im EU-Vergleich belegt Österreich Platz drei, ausschlaggebend sind vor allem Betreuungspflichten, die überwiegend von Frauen übernommen werden. 20,8 Prozent der beschäftigten Frauen arbeiten deshalb Teilzeit, im EU-Schnitt sind es nur 7,5 Prozent. Gleichzeitig weist Österreich einen vergleichsweise schwachen Ausbau der Kinderbetreuung auf. Nur 30,2 Prozent der Kinder unter drei Jahren werden hierzulande institutionell betreut, in der EU sind es 39,2 Prozent. Mit einem Gender-Pay-Gap von 17,6 Prozent belegt Österreich zudem den dritthöchsten Wert in der EU, der Durchschnitt der 27 Mitgliedstaaten liegt bei 11,1 Prozent.

Väterkarenz bleibt Ausnahme

Soziologin Nadja Bergmann erklärt die Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit als Wechselwirkung zwischen Unternehmenspraxis, familiären Entscheidungsmustern und gesetzlichen Rahmenbedingungen. Der Anteil der Väter in Karenz liegt laut aktuellem Wiedereinstiegsmonitoring der Arbeiterkammer bei 18,8 Prozent. Nur 9 Prozent davon bleiben länger als sechs Monate zu Hause, die Hauptverantwortung für längere Betreuungsphasen liegt damit weiterhin bei den Müttern. Auch im Mint-Bereich zeigt sich das Muster: Nur knapp ein Drittel der Frauen mit einer Mint-Ausbildung arbeitet später tatsächlich in einem entsprechenden Beruf, bei Männern sind es 57 Prozent. Ausschlaggebend seien laut Bergmann mangelnde Vereinbarkeit und männerdominierte Unternehmenskulturen. Als ersten Schritt nennt Bergmann die Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie, während Mahringer vor allem einen quantitativen und qualitativen Ausbau der institutionellen Kinderbetreuung fordert.

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