Der aktuelle US-Chef von PwC startete vor gut drei Jahrzehnten als Praktikant bei der Big-Four-Gesellschaft. Was ihn seiner eigenen Einschätzung nach nach oben trug, ist eine bemerkenswert unspektakuläre Gewohnheit: konsequente Zusatzarbeit in Momenten, in denen sie keiner erwartet.
Berufseinsteigern gibt Griggs bis heute denselben Rat, den er einst selbst befolgt hat. Er verweist auf ein Diktum, das Benjamin Franklin zugeschrieben wird und Ausdauer über Talent stellt: „Energie und Beharrlichkeit überwinden alles“. Praktisch bedeute das, Gelegenheiten grundsätzlich anzunehmen und Zeit auch dann in ein Thema zu investieren, wenn niemand hinschaut. Wer neugierig sei und sich zusätzliche Fragestellungen erschließe, komme früher oder später auch in die nächste Position.
Griggs illustriert das mit dem Beispiel eines früheren Kollegen, der Notizbücher zweispaltig führte: links die klassischen Meeting-Notizen, rechts Fragen, denen er später eigenständig nachgehen wollte. Wer sich am Wochenende zusätzlich in ein Problem einarbeitet, sei am Montag schneller im Thema und ziehe damit tendenziell weitere Aufgaben an, ein Kreislauf, den Griggs als Motor der eigenen Karriere identifiziert.
Griggs bewegt sich mit dieser Haltung im Einklang mit anderen Führungskräften. Visa-Gruppenpräsident Oliver Jenkyn reserviert wöchentlich vier Stunden zum Lernen und stellt bevorzugt neugierige Bewerber ein. Chipotle-COO Jason Kidd rät Einsteigern, auch unattraktive Aufgaben anzunehmen. Julia Dhar, Leiterin People and Organization bei BCG Nordamerika, verweist darauf, dass sich Rollenprofile im KI-Zeitalter permanent verschieben und Eigeninitiative deshalb wichtiger wird als je zuvor.




