Laut einer neuen PwC-Studie stoßen 80 Prozent der juristischen Arbeit auf „bedeutsame Barrieren“ bei der vollständigen Automatisierung, die eigentliche Disruption spielt sich bei Preisgestaltung und Geschäftsmodell ab.
Rund 80 Prozent des Rechtsmarkts sind laut PwC weiterhin auf menschliches Urteilsvermögen angewiesen, etwa bei Gerichtsauftritten, komplexen Verhandlungen und existenziellen "Bet-the-Company"-Fällen. Genau dort konzentriere sich künftig die Preissetzungsmacht der Kanzleien. Nur rund 22 Prozent der Honorarumsätze stammen aus leicht automatisierbarer Arbeit wie transaktionaler Vertragsarbeit, während 39 Prozent moderate und weitere 39 Prozent hohe Automatisierungshürden aufweisen, etwa Arbeits- und Familienrecht für Privatpersonen.
Kanzleien rechnen 2026 mit KI-Effizienzgewinnen von rund 16 Prozent der abrechenbaren Stunden, nach 11 Prozent im Vorjahr. PwC beziffert das durch KI adressierbare Marktvolumen in Großbritannien auf 6 Milliarden Pfund, rund 10 Prozent des Gesamtmarkts. Trotzdem gelingt es bislang nur einer Minderheit, diese Aktivität in monetarisierbare Gewinne zu übersetzen: 53 Prozent der Kanzleien fürchten sinkende Nachfrage durch Mandanten-Automatisierung, 73 Prozent sorgen sich um das Tempo im "Tech Arms Race".
PwC unterscheidet KI-unterstützte Kanzleien, KI-unterstütztes Outsourcing sowie die aufkommenden KI-nativen und Self-Service-Modelle, etwa mit Tools wie Harvey, Legora oder Claude. Als strategische Hebel nennt die Studie eine Analyse der eigenen Automatisierbarkeit, wertorientierte Preisstrategien, autonome KI-Nutzung über Hierarchieebenen hinweg, ein industrialisiertes Backoffice sowie robuste Governance und Cybersicherheit. Trotz des KI-Drucks erwartet PwC weiteres Marktwachstum, wer frühzeitig investiere, könne Margen ausbauen, während zögerliche Kanzleien zu Übernahmezielen würden.




