Der Verteidigungs- und Sicherheitssektor bietet Private-Equity-Investoren attraktive Wachstumschancen, verlangt aber eine deutlich vertiefte regulatorische Vorbereitung als Standardtransaktionen, warnt Principal Counsel Dr. Andreas Lohbeck von POELLATH.
Der Verteidigungs- und Sicherheitssektor ist für Finanzinvestoren längst kein Nischenthema mehr. Doch der regulatorische Rahmen ist deutlich enger als in anderen Branchen. In Deutschland kann ein Investitionskontrollverfahren bereits ab einem Erwerb von 10 Prozent der Stimmrechte nötig werden. Für PE-Fonds bedeutet das: Sobald ein LP mit mindestens 10 Prozent am Fonds beteiligt ist und nicht aus Deutschland oder Europa stammt, wird die Investitionskontrolle zum Thema, das Signing und Closing zeitlich unkalkulierbar machen kann. Hinzu kommt die Exportkontrolle: Der Wert eines Targets kann unmittelbar davon abhängen, ob Ausfuhren genehmigungsfähig sind und bleiben. Die Analyse von Exportkontrollhistorie, BAFA-Prozessen und möglichen Verstößen gehört daher in den Kernbereich der Due Diligence.
Besondere Herausforderungen entstehen durch Kundenkonzentration bei wenigen öffentlichen Auftraggebern, lange Beschaffungszyklen und die Formalisierung des Vergaberechts, die schlecht mit typischen PE-Haltedauern harmonieren. Hinzu kommt der Geheimschutz: Eine Due-Diligence-Prüfung kann durch Verschlusssachen erheblich eingeschränkt werden, da staatliche Sicherheitsüberprüfungen Monate dauern können. Lohbeck betont, dass Compliance im Verteidigungs- und Sicherheitssektor kein Begleitthema ist, sondern häufig mitentscheidend für Transaktionssicherheit, Werthaltigkeit und Exit-Fähigkeit. Belohnt werde der Investor mit stabilen Renditen in einem auf absehbare Zeit wachsenden Markt.




