Der Beratungsriese wird zum Testfeld für autonome KI-Assistenten. Über fünf Jahre fließt mehr als eine Milliarde Euro in die Partnerschaft. Frühe Anwender arbeiten bereits merklich schneller.
Bei EY arbeiten bereits 150.000 Beschäftigte mit Microsofts Copilot. Die Erfahrungen sind ermutigend: Mitarbeiter, die den Assistenten früh nutzten, erledigen ihre Aufgaben rund 15 Prozent schneller als zuvor. Diese Zahlen liefern wertvolle Hinweise, wie die Einführung für die restliche Belegschaft gelingen kann. Insgesamt sollen alle 400.000 EY-Mitarbeiter weltweit Zugang erhalten.
Im Zentrum der Partnerschaft steht eine neue Generation von Software. Sogenannte agentische KI handelt eigenständig, ohne dass Menschen jeden Klick absegnen müssen. Formulare ausfüllen, Informationen im Netz zusammentragen, Routineaufgaben abarbeiten: All das sollen die Programme künftig allein bewältigen. Microsoft testet solche Funktionen bereits im Unternehmensbrowser Edge. EY dient als Großversuch unter realen Bedingungen.
Die Dimension ist beachtlich. Beide Konzerne stecken in den kommenden fünf Jahren mehr als eine Milliarde Euro in das Vorhaben. Ziel ist die Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen, die später auch anderen Unternehmen dienen könnten.
Die KI-Offensive schlägt auf die Preisliste durch. Microsoft hebt zum 1. Juli mehrere Tarife an. Einstiegspakete kosten künftig etwa sieben Euro pro Kopf, ein Plus von 16 Prozent. Die Standardvariante verteuert sich um zwölf Prozent auf rund 14 Euro. Wer das volle Programm will, zahlt für den neuen Spitzentarif 92 Euro monatlich.
Google erweitert seine Bürosuite um Funktionen, die Mails, Termine und Fotos verknüpfen und per Sprache bedienbar machen. OpenAI lässt Agenten auf Macs im Hintergrund arbeiten, sperrt die Funktion aber aus regulatorischen Gründen für Nutzer in der EU, Großbritannien und der Schweiz. Europäische Anbieter wittern eine Lücke. Ionos, Nextcloud und Proton planen für den Sommer eine datenschutzkonforme Bürolösung als Gegenentwurf zu den amerikanischen Plattformen.




