Deutsche Großunternehmen experimentieren fleißig mit künstlicher Intelligenz. Doch der Schritt vom Prototyp zum echten Werkzeug gelingt nur wenigen. Die Hürden liegen nicht im Budget.
Der Anfang klappt meist noch. Ideen sammeln, Testläufe starten, erste Ergebnisse bestaunen. Doch dann passiert oft nichts mehr. Eine Erhebung des Stuttgarter IT-Dienstleisters Zoi zeichnet ein ernüchterndes Bild: Obwohl fast alle großen Firmen inzwischen mit generativer KI herumprobieren, landet die Technologie nur bei einem Bruchteil im operativen Geschäft. Für die Untersuchung befragte das Meinungsforschungsinstitut Civey 500 Technikchefs aus Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten. Die Hochschule der Medien Stuttgart begleitete das Projekt wissenschaftlich.
Warum stockt der Übergang? Die Befragten zeigen mit dem Finger auf die gewachsene IT-Landschaft. Neue Anwendungen mit betagter Infrastruktur zu verheiraten, kostet Nerven. Außerdem fehlt vielerorts das Know-how, um die Werkzeuge sinnvoll einzusetzen. Finanzielle Engpässe spielen dagegen kaum eine Rolle. Geld ist offenbar vorhanden, nur die Voraussetzungen für seinen sinnvollen Einsatz nicht.
Ein weiteres Problem sitzt in der Chefetage. Drei von vier Firmen haben ihre KI-Ambitionen zwar zu Papier gebracht. Doch messbare Kennzahlen, an denen sich Erfolg oder Misserfolg ablesen ließe, fehlen in zwei Dritteln der Fälle. Ohne solche Leitplanken versickern Projekte im Ungefähren.
Die Furcht, Algorithmen könnten Belegschaften dezimieren, teilen die Befragten nicht. Fast acht von zehn rechnen damit, dass die Mitarbeiterzahl gleich bleibt oder sogar wächst.




