22 Millionen Dollar: Mazars muss an Kraken zahlen

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July 8, 2026
09.07.2026
3 Minuten Lesezeit

Ein Schiedsverfahren zwischen der Kryptobörse Kraken und ihrer früheren Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist zugunsten der Börse ausgegangen. Payward, das Mutterunternehmen hinter der Marke Kraken, erhält 22 Millionen Dollar zugesprochen. Auslöser des Streits war ein plötzlicher Rückzug der Prüfer im Dezember 2023.

Wenn der Abschluss auf der Zielgeraden abgebrochen wird

In der Praxis der Wirtschaftsprüfung sind Mandantsniederlegungen selten, ein Abbruch kurz vor dem Testat ist außergewöhnlich. Genau in einer solchen Situation befand sich die Bilanz für das Geschäftsjahr 2022. Mazars USA hatte bereits drei aufeinanderfolgende Jahre für die Börse geprüft und die vorangegangenen Bilanzen ohne Beanstandungen gebilligt. Kurz vor Abschluss des dritten Prüfungsjahres kam der Rückzug. Betrugsverdacht oder Streit mit dem Management lagen ausdrücklich nicht vor.

Zusammenhang mit einer SEC-Klage

Das eigentliche Rätsel liegt im zeitlichen Ablauf. Nur wenige Wochen vor dem Rückzug hatte die amerikanische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde SEC eine Klage gegen Kraken angestrengt. Aus Sicht von Payward war dies der Auslöser für die Entscheidung der Prüfer. Bemerkenswert bleibt allerdings, dass die SEC ihre Klage im März 2025 fallen ließ.

Weitreichende wirtschaftliche Folgen

Payward argumentiert, dass die Prüferniederlegung erhebliche Konsequenzen nach sich zog. Regulierungsbehörden mehrerer Bundesstaaten reagierten mit Zurückhaltung, Bankpartner wurden vorsichtiger, und die Vergabe von Lizenzen für den Geldtransfer geriet ins Stocken. Von den insgesamt 22 Millionen Dollar entfallen 12,5 Millionen auf Nachteile, die im Zusammenhang mit der Übernahme von TradeStation Crypto entstanden.

Signalwirkung für die Prüfungsbranche

Der Fall gilt als einer der ersten, in denen ein Unternehmen aus dem Kryptosektor einen Wirtschaftsprüfer erfolgreich in Regress nehmen konnte. Für Beratungsgesellschaften, die Mandate in diesem Marktsegment übernehmen, dürfte die Entscheidung als Warnung wirken. Mazars USA gehört mittlerweile nach einem Zusammenschluss zur neu formierten Einheit Forvis Mazars. Die Vollstreckung des Schiedsspruchs hat Payward am 7. Juli 2026 beim Delaware Court of Chancery eingereicht.

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