Trotz eines kommunalen Investitionsrückstands von 215 Milliarden Euro legen deutsche institutionelle Investoren nur 5,6 Prozent ihres Vermögens in Infrastruktur an. Eine BAI-Studie analysiert die Gründe.
Nur 21 von 81 befragten Asset Managern investieren überhaupt in kommunale Infrastruktur in Deutschland. Für 52 ist es keine Option. Die drei häufigsten Gründe: fehlende Inhouse-Strategien (45 Prozent), unzufriedenstellende Renditen (29 Prozent) und mangelnde investierbare Projekte (27 Prozent). Andre Pfleger, Leiter Transformationsfinanzierung bei LBBW Asset Management, benennt das Kernproblem: Es brauche standardisierte Prozesse und kapitalmarktähnliche Instrumente wie Hybridkapital, um kleinteilige Projektstrukturen handhabbar zu machen.
Im internationalen Vergleich hält Deutschland mit 5,6 Prozent deutlich weniger Infrastruktur im Portfolio als der Spitzenreiter Kanada mit 10,1 Prozent. Gegenüber dem europäischen Durchschnitt von 4,2 Prozent liegt Deutschland zwar leicht vorne, den Rückstand zu international führenden Märkten holt das aber nicht auf. Die Allokationsquoten reichen von 3,9 Prozent bei Family Offices bis zu 5,7 Prozent bei Versorgungswerken. Infrastruktur Debt macht im Schnitt nur 0,9 Prozent der Portfolios aus.
Wo investiert wird, fließt das Kapital fast ausschließlich in Wärme und Energie (85 Prozent). Bildung (15 Prozent), Soziales (25 Prozent) und Sport/Kultur (5 Prozent) spielen kaum eine Rolle. Die Kreditausfallrate von Infrastrukturunternehmen lag 2025 mit rund 1,25 Prozent unter dem gesamtwirtschaftlichen Niveau von knapp zwei Prozent. Seit 2022 steigen die Ausfallraten in der Gesamtwirtschaft deutlich, kommunale Infrastruktur nur halb so stark.




