Der US-Konzern Cisco stattet jeden einzelnen seiner rund 90.000 Beschäftigten mit einem eigenen KI-Assistenten aus. Der Startschuss fällt Ende Juli mit dem neuen Geschäftsjahr. Zu den Kosten des Projekts hat sich das Haus bislang bedeckt gehalten.
Jeder Mitarbeiter erhält einen individuellen KI-Agenten, der Fragen beantworten und Aufgaben eigenständig übernehmen kann. Besonders bemerkenswert ist die technische Konstruktion. Cisco setzt weitgehend auf eigene Infrastruktur und wählt für jede Anfrage automatisch das jeweils passende KI-Modell aus. Auf diese Weise behält der Konzern mehr Kontrolle über die Kosten und die Effizienz.
Mark Patterson, seit fast 30 Jahren im Unternehmen und heute Finanzvorstand, gibt Einblick in seinen eigenen Umgang mit den neuen Werkzeugen. Sein persönlicher KI-Assistent hilft ihm, die Kennzahlen des Konzerns mit anderen Unternehmen zu vergleichen. Wachstumsraten, Gewinne je Aktie oder Ausgaben für Forschung und Entwicklung landen bei ihm in klar aufbereiteten Übersichten.
Die Finanzsparte nutzt die Technik bereits intensiv. Beim Verfassen der sogenannten MD&A, jenem verpflichtenden Erklärtext in Geschäftsberichten börsennotierter Firmen, übernimmt die KI mittlerweile 80 bis 90 Prozent des ersten Entwurfs. Für die Investor Relations wurde ein weiteres Werkzeug entwickelt, das die Finanzhistorie durchleuchtet, Ergebnisse mit denen der Konkurrenz vergleicht und sogar vorhersagt, welche Fragen einzelne Analysten stellen könnten.
Cisco, ursprünglich als Anbieter von Netzwerkgeräten gestartet, hat sich in den vergangenen Jahren neu positioniert. KI zieht sich mittlerweile durch die meisten Produkte des Hauses, dazu kommen Investitionen in schnelle Rechenzentrumsnetze, eigene Chips und spezialisierte Sicherheitswerkzeuge. Der Aktienkurs spiegelt die Neuausrichtung. Im laufenden Jahr hat das Papier bereits rund 52 Prozent zugelegt.




