Amazon öffnet sein Logistiknetzwerk für alle Unternehmen. UPS und FedEx verlieren an der Börse fast zehn Prozent, DHL gibt 7,3 Prozent nach. Morgan Stanley spricht von einem Wendepunkt für die Branche.
Amazon hat angekündigt, sein Logistiknetzwerk unter dem Namen „Amazon Supply Chain Services" (ASCS) für alle Unternehmen zu öffnen. Zu den ersten Kunden zählen Procter & Gamble, 3M und American Eagle Outfitters. Die Reaktion an den Börsen war heftig: UPS verlor in New York fast zehn Prozent, FedEx rund neun Prozent. DHL büßte bis Handelsschluss 7,3 Prozent auf 46,71 Euro ein. Amazon selbst stieg um 1,2 Prozent und kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 2,9 Billionen Dollar. Zum Vergleich: UPS ist rund 97 Milliarden Dollar wert, FedEx 85 Milliarden Dollar, DHL rund 52 Milliarden Euro.
Morgan-Stanley-Analyst Ravi Shanker bezeichnet die Ankündigung als Wendepunkt für den nordamerikanischen Güterverkehr. Er zieht einen Vergleich zur Einführung von Amazon Web Services: Auch dort hatte Amazon zunächst ein Angebot zur Verbesserung des eigenen Geschäfts entwickelt, es dann vermarktet und sich schließlich zur dominanten Plattform entwickelt. UPS und FedEx dürften die größten Umsatzeinbußen erleiden, falls Amazon sein Vorhaben konsequent umsetzt. DHL, das in Nordamerika bislang keine aggressiven Marktanteilsgewinne angestrebt hat, wäre ebenfalls betroffen, wenn auch in geringerem Ausmaß. Unklar ist bislang, ob Amazon ASCS auf die USA beschränkt oder global ausrollt.




