Der Münchner Softwareanbieter will Entscheidungen von KI-Agenten nachvollziehbar machen. Mit Deloitte automatisiert er Compliance-Prüfungen, ein Pharmakonzern meldet bereits Einsparungen.
Künstliche Intelligenz übernimmt in Konzernen immer mehr Aufgaben. Einkauf, Buchhaltung, Kundenservice: Überall werkeln digitale Agenten. Doch wie genau entscheiden sie? Für viele Chefs bleibt das ein Rätsel. Celonis will Licht ins Dunkel bringen. Gemeinsam mit Microsoft hat das Unternehmen Anfang Mai eine Kooperation angekündigt. Die Idee: Die Process-Intelligence-Plattform von Celonis dockt an Microsofts Agent 365 an. Heraus kommt ein System, das aufzeichnet, wie KI-Agenten ticken. Celonis nennt das Agent Mining. Die Software protokolliert Entscheidungswege und erzeugt Prüfpfade. Manager sehen auf einen Blick, was die Algorithmen anrichten und ob sich das Investment lohnt. Mit Blick auf den EU AI Act, der Transparenz bei automatisierten Prozessen verlangt, könnte das zum Pflichtprogramm werden.
Neben Microsoft hat Celonis auch Deloitte ins Boot geholt. Zusammen haben beide eine Lösung gebaut, die Finanzkontrollen nach dem amerikanischen SOX-Standard automatisiert. Statt einzelne Buchungen von Hand zu prüfen, durchleuchtet das System laufend alle Transaktionen. Ein großer Pharmakonzern nutzt das Werkzeug bereits. Mehr als hundert interne Prüfschritte laufen jetzt maschinell. Das Ergebnis: zehn Prozent weniger Prozesskosten und ein schnellerer Monatsabschluss.
Celonis verschiebt den Fokus. Bisher ging es vor allem darum, Prozesse zu analysieren und zu verbessern. Jetzt rückt die Frage in den Vordergrund, wie sich KI-Einsatz dauerhaft kontrollieren und gegenüber Prüfern belegen lässt. Die Partnerschaften mit Microsoft und Deloitte sollen genau das liefern.




