Karin Dohm verlässt den Vorstand der Deutschen Bahn nach nur drei Monaten. Ein Konflikt mit dem Betriebsrat besiegelt das Ende. Die Abfindung liegt im siebenstelligen Bereich.
Die Amtszeit von Karin Dohm als CFO der Deutschen Bahn endet bereits nach drei Monaten. Sie war am 1. Dezember 2025 von Hornbach zur Bahn gewechselt und hatte Levin Holle abgelöst. Trotz der kurzen Dienstzeit steht ihr eine Abfindung von bis zu zwei Jahresgehältern zu, einschließlich variabler Bestandteile. Bei einem üblichen Grundgehalt von 700.000 bis 850.000 Euro für Bahn-Vorstände ergibt sich ein Betrag im Millionenbereich, wie der Spiegel berichtet. Ausgelöst wurde die Trennung durch einen schwerwiegenden Vorfall im Dezember: Dohm hatte eine Weisung zur Aufspaltung der Tochter DB Services unterzeichnet, ohne vorab den Konzernbetriebsrat einzubinden.
In einem Konzern mit 340.000 Mitarbeitenden und traditionell starker Mitbestimmung wiegt ein solcher Vorgang besonders schwer. Die Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Heike Moll, bezeichnete den Vorfall laut Süddeutscher Zeitung als „Fehlstart“. Zudem wird Dohm vorgeworfen, einen ungeeigneten Führungsstil gepflegt zu haben. Der Spiegel zitiert die Aussage, wer Freunde wolle, solle sich einen Hund kaufen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder äußerte sich bisher nicht zu dem Vorfall. Die Bahn selbst hat sich offiziell noch nicht zur Personalie geäußert.
Für Dohm ist es der zweite vorzeitige Rücktritt binnen kurzer Zeit. Bereits bei Continental hatte sie 2025 als designierte Finanzchefin der Sparte Aumovio angeheuert, das Amt aber nach acht Wochen wieder niedergelegt. Die aktuelle Entwicklung steht im Kontrast zum angekündigten Neustart unter Bahnchefin Evelyn Palla. Positiv vermerkt werden kann hingegen die Einigung mit der Lokführergewerkschaft GDL auf einen neuen Tarifvertrag. Streiks wie in den vergangenen Jahren sind damit für 2026 nicht zu erwarten.




