
Großbritanniens fünftgrößte Prüfungsgesellschaft macht Platz für jüngere Kräfte und reiht sich damit in eine breite Konsolidierungswelle der Branche ein.
BDO trennt sich in Großbritannien von 31 Partnern und damit von rund sechs Prozent seiner Partnerschaft. Betroffen sind Personen, die ohnehin vor dem Ruhestand standen, sowie zuvor von Wettbewerbern abgeworbene Zugänge. Ziel des Schritts ist es, Führungspositionen für den Nachwuchs zu öffnen. Das Modell der von ihren Senior-Partnern getragenen Prüfungshäuser lebt davon, jüngere Mitarbeitende systematisch an die Spitze heranzuführen, weshalb ein verstopfter Aufstieg zum strukturellen Problem wird.
Hinter dem Umbau stehen ein schwächelnder Markt und der wachsende Druck durch KI. Im vergangenen Jahr fielen BDOs Gewinne um sieben Prozent, die durchschnittliche Ausschüttung an die Equity-Partner sank von 681.000 auf 589.000 Pfund. Der Fall ist kein Einzelphänomen. Erst in der Vorwoche kündigte KPMG den Abbau von 600 Stellen an, und bereits 2024 hatte PwC rund 50 langjährige Partner zum vorzeitigen Ausscheiden bewegt, um Gewinne zu sichern und Beförderungen zu ermöglichen. Der Beratungsboom der Pandemiejahre, als Unternehmen massenhaft Rat zu Lieferketten und Technologie suchten, hat viele Häuser überbesetzt zurückgelassen.
Zusätzlich verändert der Einstieg von Finanzinvestoren die Spielregeln. Der Mittelstandsrivale Grant Thornton verkaufte 2024 einen Anteil an Cinven, was das Haus mit rund 1,5 Milliarden Pfund bewertete, und Evelyn Partners reichte sein Geschäft mit professionellen Dienstleistungen an Apax weiter. Auch BDO selbst prüft laut früheren Berichten den Einsatz privaten Kapitals, um Fusionen zwischen seinen Regionaleinheiten zu finanzieren, und legt seine Gesellschaften in Großbritannien und Irland zusammen. Für BDO geht es nach eigener Darstellung darum, in wachstumsstarken Feldern in Bestform zu agieren, um den unternehmerischen Mittelstand als Kernklientel bestmöglich zu beraten.




