Der Legal-Tech-Anbieter startet ein Schulungsprogramm, das Anwälte nicht nur zum Prompten, sondern zu Motoren des digitalen Wandels in ihren Kanzleien machen soll.
Seit August bietet Harvey über seine Academy ein Zertifikat an, das online mit mehreren Grundlagenmodulen und Prüfungen absolviert wird. Anmelden kann sich jeder und jederzeit, ausdrücklich auch Einsteiger. Der Anlass ist eine Leerstelle. Zwar sind Juristen im Alltag mit KI vielen anderen voraus, doch fehlte bisher ein verlässlicher Maßstab für die volle Bandbreite der Möglichkeiten. Genau dort setzt Harvey an, wenn auch mit erkennbarem Eigeninteresse.
Für Corvin Kieselhorst, Legal Engineer bei Harvey, zählt nicht das flotte Bedienen eines einzelnen Werkzeugs, sondern die Fähigkeit, je nach Rolle das passende Tool für die passende Aufgabe zu wählen. Der Wirtschaftsjurist mit Vergangenheit bei A&O Shearman und Milbank verweist auf übergreifende Kompetenzen, die vermittelt würden, vom Zuhören über die Analyse von Abläufen bis zur Rolle als Gestalter eines Wandels. Vier Themenstränge greifen dafür ineinander, vom juristischen und technischen Rüstzeug über das Feilen an Prozessen bis hin zur Befähigung, im eigenen Haus als Multiplikator zu wirken.
Mit rund zwei Stunden Umfang ist das Zertifikat bewusst als Level 1 gedacht, dem weitere Stufen folgen könnten. Parallel erweitert die neue Plattform Harvey II den Einsatz auf größere Arbeitsschritte. Dass der Bedarf real ist, zeigt eine TÜV-Studie vom Juni unter 500 Unternehmen, in der drei Viertel der Großbetriebe unmittelbaren Qualifizierungsbedarf sehen.




