Als Reaktion auf den Prüfungsskandal und einen schwachen Beratungsmarkt streicht CEO John Sams die Bezüge der Top-Partner zusammen und reicht das Geld an die nächste Ebene weiter.
Wie die Australian Financial Review berichtet, hat KPMG-Chef John Sams die Kosten für die höchsten Partnerränge auf 13 Millionen AUD jährlich gedrückt. Die Zahl der Partner in Band 11 oder höher, wo die Gewinnausschüttungen bei 1,3 beziehungsweise 1,6 Millionen AUD beginnen, sank von 17 auf rund 10. Zudem wurden einzelne Senior-Partner herabgestuft, und im Schnitt könnten die Partnereinkommen in diesem Geschäftsjahr um 20 Prozent fallen, was einem Minus von etwa 144.000 AUD entspricht. Auch die Chefetage wurde gestrafft, indem die frühere COO-Rolle zusammengelegt und der Posten des Chief Strategy Officer gestrichen wurde. Der neue, nicht als Partner geführte Chairman Michael Ebeid erhält mit rund einer Million AUD nur noch die Hälfte seines Vorgängers Martin Sheppard.
Das eingesparte Geld fließt nicht einfach ab, sondern finanziert höhere Einstufungen für rund 150 Nachwuchspartner. Insgesamt schrumpfte die Partnerschaft von 700 auf 650 Köpfe. Die Vergütungsreform ist Teil einer internen Überprüfung namens Project Vector, die auf die Whistleblower-Vorwürfe rund um Prüfungsfehler, weitergegebene Vertraulichkeiten und den Umgang mit dem Hinweisgeber zurückgeht. Hinzu kommt die schwache Nachfrage im Beratungsgeschäft, weshalb KPMG Australien seine Belegschaft um fünf Prozent verkleinert, vor allem im Consulting.
Der Geschäftsbericht für das bis Ende Juni 2026 laufende Jahr belegt den Druck. Der Gesamtumsatz sank um ein Prozent auf 2,3 Milliarden AUD, das Beratungsgeschäft brach sogar um knapp 17 Prozent ein. Bemerkenswert dagegen ist ein Plus von elf Prozent im Bereich Prüfung und Assurance, und das trotz der Skandale. Sams kündigte weitere interne und externe Untersuchungen an, deren Ergebnisse die nächsten Schritte prägen sollen. Für zusätzliche Spannung sorgt Eileen Hoggett, die als einzige Partnerin aus der Partnerschaft ausgeschlossen wurde und nun vor dem Supreme Court of NSW gegen ihre Entlassung klagt. Der Fall wird am 23. September verhandelt.




