Sebastian Maerker verlässt nach fast drei Jahrzehnten seine bisherige Kanzlei. Der Anleiheexperte soll die Kapitalmarktpraxis am Main verstärken.
Manche Anwälte wechseln alle paar Jahre die Kanzlei. Sebastian Maerker nicht. Der Kapitalmarktrechtler trat 1997 bei Clifford Chance ein, wurde dort 2001 Partner und blieb. Fast drei Jahrzehnte lang trug er dieselbe Adresse auf der Visitenkarte. Doch damit ist jetzt Schluss. Mitte Mai dockt Maerker bei Mayer Brown in Frankfurt an. Zuletzt war er bei seiner alten Kanzlei als Of Counsel tätig, eine Stufe unterhalb der Partnerschaft.
Maerkers Terrain sind Anleihen. Er begleitet Unternehmen und Banken, wenn sie Schuldtitel auf den Markt bringen. Das Spektrum reicht von klassischen Unternehmensanleihen über grüne und nachhaltigkeitsgebundene Papiere bis hin zu komplexeren Instrumenten wie Pfandbriefen, Hybridanleihen oder regulatorischem Kapital für Banken. Auch die Infrastruktur hinter den Emissionen kennt er: Emissionsprogramme aufsetzen, pflegen, aktualisieren. Wer regelmäßig Anleihen begibt, braucht solche Rahmenwerke. Zu seinen Mandanten gehört der Lebensmittelkonzern Südzucker. Vor kurzem begleitete er das Unternehmen bei der Ausgabe einer Hybridanleihe über 700 Millionen Euro.
Mayer Brown investiert am Main. Maerker ist bereits der zweite namhafte Zugang in diesem Jahr. Anfang 2026 kam Burkhard Jäkel von Gleiss Lutz und verstärkte seitdem die Finanzierungspraxis. Auch in der Führung gab es Bewegung. Seit April leitet Martin Heuber die deutschen Büros in Frankfurt und Düsseldorf. Er löste Guido Zeppenfeld ab, der das Amt zuvor innehatte.
Der Wechsel eines so erfahrenen Kopfes sendet eine Botschaft. Mayer Brown will im deutschen Kapitalmarktgeschäft mitspielen und holt sich dafür Verstärkung mit Gewicht. Für Maerker ist es nach fast drei Jahrzehnten der erste echte Neuanfang seiner Karriere.




