Eine Deloitte-Erhebung zeigt: Junge Österreicher schieben Lebensentscheidungen auf, weil das Budget nicht reicht. Gleichzeitig stürzen sie sich auf KI-Werkzeuge und Fortbildungen.
Das Geld ist knapp. Fast die Hälfte der jungen Österreicher zwischen zwanzig und vierzig fühlt sich finanziell auf wackligen Beinen. Jeder dritte aus der Gen Z und jeder vierte Millennial kommt kaum über die Runden. Steigende Mieten, teure Energie, hartnäckige Inflation: Die Rechnung geht für viele nicht auf. Deloitte hat für seinen jährlichen Generationenreport weltweit über 22.500 Menschen befragt, 500 davon aus Österreich.
Wer jeden Monat ums Überleben kämpft, denkt nicht an morgen. Weiterbildung? Jobwechsel? Kinder? Wird verschoben. Elisa Aichinger, Partnerin bei Deloitte Österreich, fasst zusammen: „Die angespannte finanzielle Lage beeinflusst längst nicht mehr nur den Alltag, sondern zunehmend auch zentrale Zukunftsentscheidungen. Rund jeder zweite junge Mensch in Österreich verschiebt wichtige Schritte in der Lebensplanung und lebt von Monat zu Monat – Weiterbildung, berufliche Entwicklung oder die Familienplanung werden auf die lange Bank geschoben."
Keine Lust auf Arbeit? Das Vorurteil stimmt nicht. Sechs von zehn können sich vorstellen, irgendwann ein Team zu führen. Aber nicht um jeden Preis. Sie wollen Flexibilität, Homeoffice, offene Gespräche über psychische Belastung, klare Spielregeln. Isabella Schleifer, Director bei Deloitte Österreich, erklärt: „Eine höhere Entlohnung allein reicht für viele junge Menschen nicht mehr aus, um eine Führungsposition anzustreben. Entscheidend ist vielmehr ein modernes Arbeitsumfeld – etwa flexible und hybride Arbeitsmodelle, ein offener Umgang mit mentaler Gesundheit sowie transparente Unternehmensstrukturen." Schnelle Aufstiege interessieren die wenigsten. Die meisten setzen auf stetige Entwicklung statt steiler Karriere.
Künstliche Intelligenz gehört für die Jüngeren zum Handwerkszeug. Zwei Drittel nutzen digitale Helfer bereits produktiv im Job. Jeder Vierte bildet sich aktiv weiter. Aichinger sieht darin einen Trumpf: „AI-Tools sind bei den jungen Generationen zum täglichen Begleiter geworden, sei es privat oder im Beruf. Die jungen Generationen blicken damit aktiv nach vorne und sehen kontinuierliche Weiterentwicklung als Grundvoraussetzung für ihren beruflichen Erfolg."
Die Babyboomer gehen in Rente, ihr Wissen droht mitzugehen. Die Hälfte der Befragten glaubt trotzdem, dass Teams auch ohne die alten Hasen funktionieren können, vorausgesetzt, das Wissen wird rechtzeitig weitergegeben.




