Deloitte legt mit einer Millionenzahlung US-Ermittlungen zu seinen Diversitätsprogrammen bei, ohne ein Fehlverhalten einzuräumen.
Am Anfang steht kein Behördenverdacht, sondern eine Anzeige. Edward Blums Organisation Alliance for Equal Rights setzte die Untersuchung gegen Deloitte in Gang und kassiert dafür nun rund 4,3 Millionen Dollar aus dem Vergleich, möglich macht das der False Claims Act. Ursprünglich gegen Betrug am Staat gerichtet, dient das Gesetz unter der Trump-Regierung dazu, Bundesauftragnehmer ins Visier zu nehmen, die trotz DEI-Programmen die Diskriminierungsfreiheit ihrer Personalentscheidungen versichert haben. Das Kalkül geht auf: Die Zahl solcher Anzeigen steigt deutlich, weil Hinweisgeber am Erlös beteiligt werden.
Um langwierige Verfahren zu vermeiden, zahlt der Konzern 21,5 Millionen Dollar, ohne ein Fehlverhalten einzuräumen, im Bundesstaat Indiana kommen weitere 1,2 Millionen hinzu. Die Vorwürfe wiegen dennoch schwer: Deloitte soll bei Einstellungen und Beförderungen Hautfarbe und Geschlecht berücksichtigt, monatlich demografische Zielvorgaben verfolgt und einzelne Förderprogramme nur bestimmten Gruppen geöffnet haben. Justizminister Todd Blanche stellt klar, dass das Etikett DEI eine solche Praxis nicht legitimiere. Bereits im April hatte IBM einen vergleichbaren Fall mit 17 Millionen Dollar beigelegt.
Der Fall ist mehr als eine Einzelzahlung. Seit die Trump-Regierung Auftragnehmer zum Ende „illegaler DEI-Diskriminierung" drängt und im Mai 2025 die Civil Rights Fraud Initiative gründete, haben Konzerne wie McDonald's und Meta ihre Programme zurückgefahren. Für Unternehmen ist Personalpolitik damit zum rechtlichen Risiko geworden, zumal Urteile nach dem False Claims Act bis zum Dreifachen des Schadens erreichen können, ganz abgesehen von drohenden Aktionärsklagen und dem Verlust von Staatsaufträgen.




