Eine KPMG-Umfrage zeigt: Selbst mit halbjährlicher Berichtspflicht würden die meisten US-Firmen weiter vierteljährlich Zahlen melden, nur mit weniger Behördenaufwand.
Die SEC erwägt, börsennotierten Unternehmen die Wahl zu lassen, statt viermal nur noch zweimal jährlich zu berichten. Eine KPMG-Befragung von 156 CFOs, Chief Accounting Officers und Controllern zeichnet das Bild, das daraus entstünde. Ein einheitlicher Rückzug aus dem Quartalsrhythmus ist nicht zu erwarten: 39 Prozent würden weiterhin quartalsweise eine Pressemitteilung zu den Zahlen veröffentlichen, die aufwändigen Pflichtmeldungen aber nur noch halbjährlich einreichen, ergänzt um einen geprüften Jahresbericht. Weitere 39 Prozent wollen alles beim Alten lassen und auch das Formular 10-Q vierteljährlich abgeben. Nur 3 Prozent würden ganz auf unterjährige Updates verzichten, 7 Prozent zumindest ausgewählte Kennzahlen zwischendurch liefern, 12 Prozent sind unentschlossen.
Auffällig ist, wie hartnäckig sich der Quartalsrhythmus hält, selbst wo die Pflicht entfiele. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass Finanzierungsvereinbarungen ohnehin vierteljährliche Angaben verlangen. Und 94 Prozent wollen ihre internen Kontroll- und Governance-Prozesse im Quartalstakt beibehalten, auch ohne entsprechende SEC-Meldung. Der administrative Entlastungseffekt gilt vielen als begrenzt.
Die SEC dürfte den Vorstoß trotz starker öffentlicher Kritik weiterverfolgen. Befürworter erhoffen sich mehr Börsengänge und geringere Prüferkosten, Investoren dagegen fürchten den Verlust an Datenfrequenz. Für die Unternehmen liefe es weniger auf eine Entlastung als auf eine neue Wahlfreiheit hinaus.




