Macht KI die Arbeit in Banken belastender? Um diese Frage entbrennt ein Streit, den der DBV mit der Forderung nach freien Tagen anheizt.
Ob Automatisierung Beschäftigte entlastet oder zusätzlich fordert, ist die eigentliche Bruchlinie im anstehenden Banken-Tarifkonflikt. Der Deutsche Bankangestellten-Verband gibt darauf eine klare Antwort: Er sieht eine Mehrbelastung und leitet daraus die Forderung nach Entlastungstagen ab. Denn während einfache Vorgänge technisch verschwänden, blieben beim Personal die Ausnahmefälle, Beschwerden und Kontrollaufgaben. Verhandlungsführer Wolfgang Ermann bringt es darauf, dass am Ende beim Menschen lande, was die Maschine nicht könne, die leichten Kontakte würden seltener, die schweren häufiger. Ein zweites Argument ergänzt das: Steige die Produktivität, solle ein Teil des Gewinns an die Beschäftigten gehen.
Die Arbeitswissenschaft widerspricht deutlich. Das ifaa hält einen pauschalen Erholungsbedarf für nicht ableitbar. Direktor Sascha Stowasser argumentiert, KI verändere Tätigkeiten, ob daraus eine ungünstige Belastung entstehe, entscheide die konkrete Arbeitsgestaltung. Anspruchsvollere Aufgaben könnten sogar abwechslungsreicher sein und mehr Spielraum bieten, Komplexität sei nicht gleich Belastung. Ein pauschaler Ausgleich sende zudem ein falsches Signal und bremse den Standort.
Die KI-Tage sind dabei nur ein Teil des Pakets. Zentral fordert der DBV 9,5 Prozent mehr Lohn bei 24 Monaten Laufzeit, die Entlastungstage sollen den strukturellen Wandel flankieren. Ob die Arbeitgeber darauf eingehen, entscheidet sich ab dem 8. Oktober, wenn die Verhandlungen für das private Bankengewerbe beginnen.




