KI-Talente überfordern CFOS, zeigt Gartner

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March 24, 2026
25.03.2026
3 Minuten Lesezeit

Eine Befragung von 100 CFOs dokumentiert die größten Herausforderungen der kommenden Monate: Aufbau von KI-Talent und Reaktion auf unvorhersehbare Marktereignisse dominieren die Agenda.

Volatilität beschleunigt sich auf allen Ebenen

Finanzchefs sehen sich mit einem Niveau an Veränderung und Volatilität konfrontiert, das sich Jahr für Jahr zu beschleunigen scheint. Das dokumentiert eine aktuelle Befragung von Gartner, einem führenden Anbieter für Business- und Technologie-Insights. Die Umfrage unter 100 CFOs wurde von Januar bis Februar 2026 durchgeführt. "CFOs müssen durch Veränderungs- und Volatilitätsniveaus navigieren, die sich jedes Jahr zu beschleunigen scheinen: ob es sich um Technologie, Gesellschaft, Geopolitik oder Makroökonomie handelt – es ist schwer, Stabilität zu finden", erklärte Mallory Bulman, Senior Director Analyst in der Finance-Praxis von Gartner. Die Befragten identifizierten den Aufbau von KI-Talent in der Finanzfunktion und die effektive Reaktion auf unvorhersehbare Marktbedingungen und Ereignisse als ihre beiden größten Herausforderungen in den nächsten sechs Monaten. Bulman mahnte, dass nach Abschluss der Befragung die globalen Störungen durch Ereignisse im Nahen Osten weiter zugenommen hätten.

Upskilling statt teurer Neueinstellungen

Beim Gartner Finance Symposium in Sydney, das diese Woche stattfindet, erkunden Teilnehmer Wege, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Bulman betonte, dass CFOs die Einstellung von KI- und Digital-Talent zur Bewältigung ihrer größten Herausforderung als nicht einfach und kostspielig empfinden würden. Kurzfristig sollten sie sich darauf konzentrieren, ihre bestehende Belegschaft weiterzubilden, um digitale Kompetenzlücken zu schließen und mehr Wert aus den bereits vorhandenen Tools zu generieren. "Das bedeutet, Technologie für Mitarbeitende praktisch und zugänglich zu machen und eine rollenspezifische KI-Literacy-Strategie zu etablieren, die Fähigkeiten über KI-Grundlagen, Wert, Engineering und Governance hinweg aufbaut", erklärte Bulman. Gartner-Analysten prognostizieren, dass bis 2030 führende Finanzorganisationen durch KI und Automatisierung neu gestaltet werden, wobei sich Finanzteams von traditionellen Kontroll- und Business-Partnering-Rollen hin zu digital qualifizierten Katalysatoren entwickeln, die Tools bauen, KI-gesteuerte Workflows managen und Erkenntnisse im großen Maßstab liefern.

Adaptive Szenarioplanung ersetzt statische Modelle

Die traditionelle Szenarioplanung ist im heutigen volatilen Umfeld nicht mehr effektiv, da sie auf statischen Annahmen beruht, interne Treiber übergewichtet und zu langsam auf externe Schocks reagiert. CFOs sollten stattdessen mit adaptiver Szenarioplanung arbeiten. Das bedeutet, treiberbasierte Modelle zu entwickeln, die interne und externe Faktoren kombinieren, Technologie zur Automatisierung und Simulation von Szenarien zu nutzen und triggerbasierte Notfallmaßnahmen zu definieren, damit die Finanzfunktion schnell auf sich ändernde Bedingungen reagieren kann. Bei der Bewertung von Technologieinvestitionen sollten CFOs und Finanzverantwortliche laut Gartner von der ausschließlichen Betrachtung traditioneller finanzieller ROI-Kennzahlen abrücken und stattdessen ergebnisorientierte Metriken verwenden, die Technologie mit einem breiteren Spektrum an Geschäftsergebnissen verbinden, einschließlich finanzieller, immaterieller und innovationsbezogener Renditen.