Nach dem Skandal um weitergereichte Kundendaten bereitet KPMG in Australien einen massiven Personalabbau vor. Auch die Partner müssen mit spürbaren Einbußen rechnen.
Mehrere Hundert Arbeitsplätze stehen bei KPMG Australien zur Disposition, Insider gegenüber dem Australian Financial Review halten sogar eine Größenordnung von 1.000 oder mehr für möglich. Der Abbau soll sich über einen längeren Zeitraum verteilen und erst dann offiziell werden, wenn ein neuer Vorstandschef die Führung übernommen hat. Ein Sprecher betont, entschieden sei noch nichts. Zugleich räumt das Haus ein, sein Betriebsmodell, seine Kostenbasis und den Personalbedarf für das Geschäftsjahr 2026/27 auf den Prüfstand zu stellen. Von den rund 9.000 Beschäftigten und 700 Partnern wäre damit ein erheblicher Teil betroffen.
Beim Blick auf die Vergütung fallen die Zahlen deutlich aus. Für das Geschäftsjahr 2026 steht ein Einschnitt von 20 Prozent im Raum, was bei durchschnittlichen Partnerausschüttungen von 717.000 Dollar im Vorjahr einem Minus von rund 144.000 Dollar entspräche. Finanzchef John Sams kündigte für 2026/27 einen weiteren Rückgang von bis zu 13 Prozent an, in der Partnerschaft selbst kursieren allerdings Befürchtungen von bis zu 30 Prozent.
Der Rotstift ist nicht allein Folge der Affäre um mutmaßlich missbrauchte Mandantendaten, die mehrere Spitzenkräfte den Posten gekostet und die Regierung zu einem vorübergehenden Vergabestopp bewogen hatte. Schon zuvor drehte KPMG an der Kostenschraube: Im März wurde bekannt, dass 200 Assistenzstellen auf die Philippinen verlagert werden, was jährlich 17 Millionen Dollar einsparen soll. Die aktuellen Pläne verlängern damit einen Kurs, den der Skandal lediglich beschleunigt.




