Eine Erhebung unter 750 Personalverantwortlichen zeigt, dass Unternehmen bei Berufseinsteigern zunehmend auf Anpassungsfähigkeit und Urteilskraft setzen statt auf spezialisierte Abschlüsse.
Eine im Juni veröffentlichte Untersuchung von Cognizant und Pearson liefert eine deutliche Zahl: 69 Prozent der 750 befragten Personalverantwortlichen halten breit gefächerte, fachübergreifende Erfahrung bei Einsteigern für wertvoller als eng zugeschnittene Spezialkenntnisse. Nahezu alle halten zudem die persönlichen Fähigkeiten für so wichtig wie nie, weil Wandlungsfähigkeit, Problemlösung und menschliche Urteilskraft im Vordergrund stehen.
Für Anne Tse, die bei PepsiCo den Raum Asien-Pazifik verantwortet, zählt vor allem eine Eigenschaft: „Entscheidend sind die Veranlagung, die Geschwindigkeit und die Fähigkeit zu lernen." Erfahrung verliere an Bedeutung, wenn sich die Aufgaben ohnehin laufend verschieben. „Neugierige Menschen wollen lernen. Und sie sind auch bereit, bisher Gelerntes wieder zu verlernen."
Bei der Boston Consulting Group bleibt laut Brian Myerholtz, dort global für die Personalgewinnung zuständig, ein starkes Urteilsvermögen die zentrale Anforderung. KI habe die Latte allerdings höher gelegt: „Es reicht heute nicht mehr aus, möglichst schnell zu einer Antwort zu kommen. Die besten Talente nutzen KI, um mehr Möglichkeiten zu erkunden, Ideen auf den Prüfstand zu stellen und anschließend menschliches Urteilsvermögen einzusetzen."
Francesca Jones, bei EY USA für Berufseinsteiger zuständig, beobachtet einen Bedeutungsverlust der Abschlussnoten. Gefragt sei stattdessen Anpassungsfähigkeit: „Vieles, womit wir uns derzeit beschäftigen, ist von Unsicherheit geprägt. Deshalb brauchen wir Menschen, die damit umgehen können." Kathy Diaz, Personalchefin bei Cognizant, fasst es knapp: „Die Dinge verändern sich. Deshalb muss man anpassungsfähig sein."




