Meta kippt KI-Funktion nach nur vier Tagen

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July 15, 2026
16.07.2026
2 Minuten Lesezeit

Muse Image erlaubte es, fremde Instagram-Inhalte ohne deren Wissen für KI-Bilder zu nutzen. Nach massivem Protest von Gewerkschaft und Prominenten zog Meta die Funktion zurück.

Ein Rückzieher im Rekordtempo

Montags vorgestellt, freitags kassiert: So kurz währte das Leben einer Funktion, die Meta seinem neuen Bildgenerator Muse Image mitgegeben hatte. Wer den Namen eines offenen Instagram-Profils in seine Anfrage einbaute, durfte dessen Aufnahmen für eigene Kreationen heranziehen, ganz ohne Benachrichtigung des Betroffenen. Genau daran entzündete sich der Protest. Die restlichen Fähigkeiten des Werkzeugs, das in den USA startete und etwa vergilbte Familienaufnahmen aufpoliert oder ungewollte Passanten aus Bildern tilgt, gerieten darüber schnell in den Hintergrund.

Warum die Empörung so heftig ausfiel

Der Zorn kam nicht aus dem Nichts. Wenige Monate zuvor hatte der Chatbot Grok auf der Plattform X gezeigt, wohin ungebremste Bildgeneratoren führen können: In gut anderthalb Wochen entstanden nach Auswertungen etwa drei Millionen Aufnahmen, meist mit Frauen in eindeutigen Darstellungen, teils sogar mit Minderjährigen. Regierungen mehrerer Länder verlangten damals Konsequenzen. Vor diesem Hintergrund riefen die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA und diverse Prominente dazu auf, Metas Neuerung eigenhändig abzuschalten. Dass die Zustimmung automatisch unterstellt wurde, hielt die Gewerkschaft für einen groben Fehlgriff.

Meta lenkt ein

Am Freitag zog der Konzern die Reißleine. Man nehme die Sorgen um den Datenschutz ernst und nehme die Möglichkeit wieder heraus, hieß es. Gedacht gewesen sei sie als kreative Hilfe, bei der jeder selbst über die Nutzung seiner öffentlichen Beiträge entscheidet; die Rückmeldungen hätten jedoch belegt, dass dieser Anspruch verfehlt wurde. Bekannt machte den Schritt zuerst Dylan Byers, Mitgründer von Puck News, der ihn dem Druck von Nutzern und Agenturen wie der Creative Artists Agency zuschrieb. Auch SAG-AFTRA zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden.

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