Ein Report von Morningstar zeigt, wie sich die Bewertungsrelationen zwischen klassischen Asset Managern und Private Equity Häusern umgekehrt haben. Die Analysten sehen jetzt mehr Kurspotenzial bei CVC, EQT und Partners Group.
Jahrelang zahlten Anleger für Aktien von Private Equity Häusern einen spürbaren Aufschlag gegenüber klassischen Fondsgesellschaften, inzwischen haben sich die Rollen vertauscht: Die Aktien von Amundi legten binnen zwölf Monaten um 26,1 Prozent zu, die von DWS um 31,6 Prozent, die von Schroders um 65,4 Prozent, während CVC Capital Partners 23,2 Prozent, EQT 14,8 Prozent und Partners Group 32,3 Prozent verloren, zeigt ein Report des Analystenteams um Johann Scholtz von Morningstar. Auf Basis der für 2025 erwarteten Gewinne kommen die drei Private Market Manager im Schnitt weiterhin auf ein Kurs Gewinn Verhältnis von 18,4 gegenüber 13,8 bei den drei traditionellen Häusern, wobei Partners Group mit 13,9 kaum noch über dem Niveau der traditionellen Manager liegt und der Durchschnitt vor allem von EQT mit einem KGV von 24,8 nach oben gezogen wird. Nach Einschätzung der Analysten bleibt der verbliebene Bewertungsabstand teilweise gerechtfertigt, da Häuser wie EQT weiterhin höhere Wachstumsaussichten und Margen bieten, als ihre Bewertung bislang abbildet.
Auslöser für die schwache Kursentwicklung ist das eingebrochene Fondsvolumen, nach Daten von Pitchbook fiel das in Europa eingesammelte Private Equity Kapital 2025 um 42 Prozent auf den niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt, im ersten Quartal 2026 lag das Fundraising weitere 24 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Hauptgrund für den europäischen Einbruch ist das Fehlen der Megafonds, 2024 stammte noch etwa die Hälfte des Kapitals aus Fonds mit mehr als 5 Milliarden Euro Volumen. 2025 blieb der größte europäische Fondsabschluss unter dieser Marke. Auch das Finanzierungsumfeld hellt sich nicht auf, die Rendite des Morningstar European Leveraged Loan Index kletterte seit Jahresbeginn um 62 Basispunkte auf 7,2 Prozent, was Refinanzierungen für Portfoliounternehmen verteuert. Die Zahl der Exits verharrt zudem auf niedrigem Niveau, was die Wiederanlage bei institutionellen Investoren bremst, ein Kreislauf, der sich laut den Morningstar Analysten so schnell nicht auflösen dürfte.
Die gefallenen Kurse machen Private Equity Aktien aus Sicht der Morningstar Analysten jetzt unterbewertet, während die Aktien der klassischen Manager nach ihrem starken Anstieg kaum noch Luft nach oben haben, innerhalb der eigenen Coverage sehen die Analysten inzwischen mehr Wert bei den Private Market Managern. Partners Group ist nun der bevorzugte Titel unter den Private Market Häusern, während Amundi weiterhin als Favorit unter den traditionellen Asset Managern gilt. Beim Kurs von 650 Franken sehen die Analysten für Partners Group einen fairen Wert von 970 Franken, ein Potenzial, das sie auch auf die Verunsicherung durch die Turbulenzen bei Private Credit und Mittelabflüsse aus halbliquiden Fonds zurückführen, Amundi gilt nach dem Kursgewinn dagegen nicht mehr als günstig, sondern als fair bewertet. Ob sich die Bewertungslücke weiter schließt, hängt davon ab, ob die neue Generation an Private Equity Fonds, aufgelegt zu niedrigeren Einstiegsmultiplikatoren, tatsächlich die höheren Erträge liefert, auf die Morningstar mit seiner Einschätzung setzt.




