KPMG: VC-Markt stabilisiert sich

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February 12, 2026
12.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Der weltweite Wagniskapitalmarkt legte zum Jahresende zu, doch Investoren setzen weiterhin auf wenige große Runden statt auf breite Streuung.

Volumen steigt, Transaktionen sinken

Die Schere öffnet sich weiter. Weltweit flossen im vierten Quartal 2025 rund 138 Milliarden Dollar in Wagniskapitalfinanzierungen. Gegenüber dem Vorquartal entspricht das einem deutlichen Zuwachs. Gleichzeitig ging die Zahl der Abschlüsse zurück: Von gut 9.400 auf knapp 8.000 Transaktionen. Der KPMG Venture Pulse dokumentiert damit einen Markt, in dem Investoren ihre Mittel auf weniger, dafür größere Runden konzentrieren. Das Gesamtjahr 2025 erreicht das dritthöchste jemals gemessene Niveau. Der Kontinent zeigte sich widerstandsfähig. Europäische Start-ups zogen im Schlussquartal gut 21 Milliarden Dollar an. Deutschland kam auf 2,4 Milliarden und bleibt damit einer der aktivsten Standorte der Region. Die Mittel flossen vorwiegend in technologiegetriebene Geschäftsmodelle mit klarer Wachstumsperspektive. Gleichzeitig sank die Dealzahl in Europa von über 2.000 auf rund 1.650 Abschlüsse.

Fokus statt Breite

Florian Merkel, bei KPMG Deutschland für Venture Services verantwortlich, beschreibt die neue Realität. Kapital sei verfügbar, aber Gründer müssten mehr mitbringen als früher. Investoren prüften genauer, setzten auf Substanz und belastbare Geschäftspläne. Wer überzeugen will, brauche eine klare Positionierung und nachweisbares Potenzial. KI-Unternehmen sammelten die größten Summen ein. Acht amerikanische Firmen aus dem Segment erhielten jeweils mehr als eine Milliarde Dollar. In Deutschland gehörte Black Forest Labs mit einer Finanzierung über 300 Millionen Dollar zu den herausragenden Transaktionen des Quartals.

Exits legen zu, Fundraising bleibt schwach

Die Belebung erreichte auch den Exit-Markt. Der weltweite Transaktionswert stieg auf 178 Milliarden Dollar. Das Einwerben neuer Fondsgelder blieb hingegen verhalten, was den Wettbewerb um Kapital für Start-ups weiter anheizt.