Künstliche Intelligenz verändert den Hochschulalltag von der Lehre bis zur Forschung. Europäische Hochschulbündnisse nutzen das, um Zusammenarbeit über Grenzen hinweg zu beschleunigen. Zwei Beispiele zeigen, wie aus Technik konkrete Strukturen werden: virtuelle Lernräume, Leitlinien für verantwortlichen Einsatz und Suchplattformen, die Forschende schneller zusammenbringen.
Im Bündnis EUonAIR arbeiten zehn Hochschulen aus acht Ländern zusammen; in Deutschland sind unter anderem die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin sowie die Hochschule Heilbronn beteiligt. Neben praktischen Anwendungen, etwa zur Entlastung bei Korrespondenz und Recherche, setzt das Bündnis auf einen verantwortungsvollen Einsatz. Dazu gehören Leitlinien, die Transparenz sichern sollen: Es muss erkennbar bleiben, welche Eigenleistung Studierende erbracht haben und wo der Einsatz von Künstlicher Intelligenz unzulässig ist. Ein Beirat und Forschende aus den beteiligten Hochschulen begleiten diese Fragen.
Ein zentrales Vorhaben ist der Aufbau eines virtuellen Lernraums, der Zusammenarbeit über digitale Begleiter und neue Lehrformate ermöglicht. Dort sollen gemeinsame Bausteine für Studiengänge entstehen und der Austausch zwischen Hochschulorten leichter werden. Geplant ist außerdem eine Anlaufstelle für Studierende nach Auslandsaufenthalten, damit im Ausland erworbene Kompetenzen gezielt in die weitere Laufbahnplanung einfließen. Damit wird Mobilität nicht nur als Erfahrung verstanden, sondern als sichtbarer Baustein für spätere Berufschancen.
Auch das Bündnis INGENIUM setzt auf eine Suchplattform, die Veröffentlichungen von Forschenden aus dem Verbund auswertet. Über wenige Stichworte lassen sich passende Interessen schneller finden und damit mögliche Partner:innen für gemeinsame Vorhaben identifizieren. Die Idee ist schlicht, die Wirkung potenziell groß: Kooperationen hängen oft von Zufällen ab, etwa bei Tagungen. Wenn Interessen systematisch auffindbar werden, können Projekte schneller entstehen, Förderanträge besser abgestimmt und Expertise gezielter gebündelt werden. Das Werkzeug ist zudem als quelloffene Lösung gedacht und soll auch außerhalb des Verbunds übertragbar sein.




