Rekordaufträge, zweistellige Marge und ein Auftragsbestand auf Allzeithoch verschieben die Diskussion weg von Einmaleffekten hin zu Visibilität. Selbst das Windgeschäft zeigt Entspannung, wenn auch auf niedrigem Niveau.
Siemens Energy profitiert weiter von der hohen Stromnachfrage und steigerte den Umsatz im ersten Quartal per Ende Dezember auf vergleichbarer Basis um 12,8 Prozent auf knapp 9,7 Milliarden Euro. Währungs- und Portfolioeffekte sind dabei ausgeklammert. Das Wachstum kommt weiterhin aus den Bereichen Gasturbinen und Netztechnik, also aus Segmenten, die aktuell unmittelbar von Investitionsdruck in Versorgungssicherheit und Netzausbau profitieren. Das stärkste Zeichen kommt jedoch aus dem Neugeschäft. Der Auftragseingang legte vergleichbar um gut ein Drittel auf 17,6 Milliarden Euro zu und markierte einen Rekord. Den größten Beitrag lieferte den Angaben zufolge das US-Geschäft. Damit steigt nicht nur die kurzfristige Auslastung, sondern auch die Planbarkeit in den Folgequartalen. Im Detail treibt vor allem das Gasturbinengeschäft den Sprung. Der Auftragseingang stieg dort um mehr als 80 Prozent auf 8,75 Milliarden Euro. Die Netztechnik gewann ebenfalls deutlich und warb gut ein Fünftel mehr Aufträge ein. In Summe wächst der Auftragsbestand auf 146 Milliarden Euro und erreicht damit ein Rekordniveau, das für Investoren ein zentraler Stabilitätsanker ist.
Das bereinigte operative Ergebnis stieg von 481 Millionen auf 1,16 Milliarden Euro. Die Marge kletterte um 6,6 Prozentpunkte auf 12 Prozent und liegt damit über dem Jahresziel von 9 bis 11 Prozent. Das ist nicht nur ein Zahlenbeleg, sondern ein Qualitätsmerkmal, weil es die Ergebnislastigkeit in Gas und Netz bestätigt. Unter dem Strich verdreifachte Siemens Energy den Gewinn nahezu und kam auf 746 Millionen Euro. Dass die operative Marge bereits im ersten Quartal über dem Zielkorridor liegt, erhöht zugleich die Erwartungshaltung an das Management, diese Stärke nicht über Einmaleffekte, sondern über die Segmentlogik zu tragen. Wichtig ist dabei die Entwicklung bei Siemens Gamesa. Das seit Jahren schwächelnde Windturbinengeschäft reduzierte die Verluste deutlich. Es ist noch keine Normalisierung, aber eine Risikoreduzierung, die in der Ergebniswahrnehmung ein spürbarer Unterschied ist. Konzernchef Christian Bruch sagt: „Der Start in das Geschäftsjahr ist für uns sehr erfolgreich verlaufen. Besonders die anhaltend hohe Nachfrage im Geschäft mit Gasturbinen und Netztechnik leistet einen wesentlichen Beitrag zur positiven Entwicklung. Auch im Windgeschäft zeichnet sich eine leichte Verbesserung ab.“ Die Jahresprognose wurde bestätigt, was den Fokus nun auf die Fähigkeit legt, Rekordaufträge in stabile Margen zu übersetzen.




