Noerr setzt auf Effizienz statt Größe

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March 10, 2026
11.03.2026
2 Minuten Lesezeit

Die Wirtschaftskanzlei verabschiedet sich aus Osteuropa und reduziert die Belegschaft. Trotzdem steigen Umsatz und Profitabilität.

Strategischer Rückbau

Noerr hat sich neu aufgestellt. Die Kanzlei trennte sich im vergangenen Jahr von mehreren internationalen Standorten und verkleinerte ihr Team. Was auf den ersten Blick nach Krise klingt, präsentiert die Sozietät als bewusste Entscheidung. Die Konzentration auf den deutschsprachigen Kernmarkt soll die Schlagkraft erhöhen. Der geografische Fußabdruck ist geschrumpft. In Bratislava, Bukarest und Prag übernahm die Kanzlei Kinstellar das Geschäft. Die Teams in Warschau und Budapest machten sich mit Management-Buyouts selbstständig. Noerr verzichtet damit auf Präsenz in fünf Ländern, die einst zum Expansionskurs gehörten.

Weniger Köpfe, mehr Ertrag

Die Personalstatistik spiegelt den Umbau wider. Zum Jahresende 2025 arbeiteten noch 926 Menschen für die Sozietät, rund 75 weniger als zwölf Monate zuvor. Bei den Berufsträgern fiel der Rückgang noch deutlicher aus: von 540 auf 489. Dennoch spricht die Führung von gestiegener Profitabilität. Konkrete Kennzahlen veröffentlicht die Kanzlei allerdings nicht. Der Umsatz erreichte 328,4 Millionen Euro. Ein Vergleich mit dem Vorjahreswert von 330,4 Millionen Euro führt in die Irre, da dieser noch Beiträge der abgegebenen Auslandsstandorte enthielt. Die deutschen Büros allein lagen 2024 bei 322,7 Millionen Euro. Gemessen daran ist die Kanzlei gewachsen.

Transaktionen treiben das Geschäft

Co-Kanzleisprecher Alexander Ritvay verweist auf qualitatives Wachstum als Leitprinzip. Fusionen und Übernahmen lieferten wichtige Beiträge zum Ergebnis. Auch Mandate mit regulatorischem Schwerpunkt und die Beratung von Konzernvorständen entwickelten sich positiv. Die Kanzlei setzt darauf, mit fokussierter Expertise mehr zu erreichen als mit breiter Präsenz.