Randstad widerlegt Lifestyle-Teilzeit-Mythos

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March 10, 2026
10.03.2026
3 Minuten Lesezeit

Das Randstad Arbeitsbarometer 2026 zeigt: Nur 16 Prozent der deutschen Umfrage-Teilnehmer bevorzugen Teilzeit als Idealmodell, während 24 Prozent aktuell in reduzierten Stunden arbeiten. Dabei gewinnen Selbstständigkeit und Vollzeit mit Nebenjob an Attraktivität.

Deutliche Diskrepanz zwischen Realität und Wunsch

Die aktuellen Daten für Deutschland dokumentieren eine erhebliche Lücke zwischen der tatsächlichen Beschäftigungsform und den persönlichen Präferenzen der Arbeitnehmer. Während derzeit rund ein Viertel der Befragten in Teilzeit tätig ist, würden im Idealfall lediglich 16 Prozent diese Arbeitsform wählen. Dieses Muster zeigt sich geschlechterübergreifend: Bei den Männern liegt die tatsächliche Teilzeitquote bei 15 Prozent, bevorzugen würden diese Form jedoch nur 10 Prozent. Bei den Frauen beträgt die Differenz 34 Prozent in der Realität gegenüber 22 Prozent im Wunschszenario. Auch die Generation Z arbeitet zu 20 Prozent in Teilzeit, obwohl nur 13 Prozent dies als ideale Arbeitsform ansehen würden.

Trend zur Mehrarbeit statt Arbeitszeitreduktion

Alternative Beschäftigungsmodelle verzeichnen hingegen eine wachsende Nachfrage. Während aktuell 5 Prozent der Befragten selbstständig tätig sind, streben perspektivisch doppelt so viele, nämlich 10 Prozent, diese Form der Erwerbstätigkeit an. Noch deutlicher wird die Diskrepanz bei Vollzeitbeschäftigten mit einer zusätzlichen Nebentätigkeit: Gegenwärtig praktizieren lediglich 3 Prozent dieses Modell, während 12 Prozent es bevorzugen würden. Verena Menne, Director Group HR bei Randstad Deutschland, interpretiert diese Zahlen als klaren Beleg dafür, dass die Beschäftigten keineswegs weniger arbeiten möchten. "Unsere Ergebnisse zeigen das Gegenteil dessen, was im öffentlichen Diskurs vermutet wird", erklärt Menne. Die Daten belegen vielmehr einen Trend zur Mehrarbeit, gepaart mit einer Leistungsbereitschaft, die im öffentlichen Diskurs selten thematisiert wird.

Work-Life-Balance bereits weitgehend etabliert

Die Studienergebnisse zeigen zudem, dass die viel diskutierte Work-Life-Balance in vielen Fällen bereits Realität ist. 74 Prozent der Beschäftigten attestieren ihrer aktuellen Position und ihrem Arbeitgeber eine gute Balance zwischen Privat- und Berufsleben. Bemerkenswert dabei: Dieser Anteil übersteigt sogar die Gruppe derjenigen, die Work-Life-Balance überhaupt als Priorität in ihrem Berufsleben definieren, diese liegt bei 63 Prozent. Gleichzeitig zeigt die Befragung, dass die Bereitschaft der Arbeitnehmer, sich aktiv einzubringen, durchaus vorhanden ist. 49 Prozent der Befragten stufen die Gelegenheit, einen persönlichen Unterschied am Arbeitsplatz zu machen, als wichtig oder sehr wichtig ein. Für 45 Prozent spielt das Thema Innovation eine bedeutende Rolle, während 43 Prozent ihrer Karriereentwicklung und ihren Beförderungsmöglichkeiten eine hohe Bedeutung beimessen. Die Verantwortung für verbesserte Rahmenbedingungen sieht Menne daher primär bei der Politik, damit Vollzeitarbeit und Leistung für alle Beschäftigten möglich und attraktiv bleiben.