EU-Taxonomie: FAQ sorgen für Verwirrung

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March 10, 2026
11.03.2026
2 Minuten Lesezeit

Die EU hat Erleichterungen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung beschlossen. Begleitende Erläuterungen der Kommission kollidieren jedoch mit dem Gesetzestext.

Widersprüchliche Signale

Die Omnibus-Verordnung vom Januar versprach Entlastung. Firmen sollten bei ihren Taxonomie-Berichten weniger Aufwand haben. Bagatellgrenzen erlauben es nun, kleinere Geschäftsbereiche von der aufwendigen Prüfung auszuklammern. Auch der Umfang der geforderten Angaben wurde drastisch zusammengestrichen. Doch dann veröffentlichte die Kommission erläuternde Dokumente, die für Irritation sorgen. Accountancy Europe, die Stimme der europäischen Wirtschaftsprüfer, meldete sich Anfang März mit deutlicher Kritik zu Wort. Die als Orientierungshilfe gedachten FAQ enthielten Passagen, die über das hinausgingen, was der Gesetzgeber festgeschrieben hat. Teilweise stünden die Empfehlungen sogar im Widerspruch zum verbindlichen Regelwerk. Das schaffe eine unmögliche Situation für alle Beteiligten.

Unternehmen zwischen den Stühlen

Wer trägt das Risiko, wenn Gesetz und Leitlinie verschiedene Wege weisen? Firmen, die sich an den Buchstaben des Rechts halten, könnten Ärger bekommen, wenn Prüfer die Kommissionsdokumente als Maßstab anlegen. Umgekehrt riskieren jene, die den FAQ folgen, möglicherweise rechtswidrig zu handeln. Eine Situation, die niemand wollte. Besonders Abschlussprüfer geraten unter Druck. Ihre Aufgabe besteht darin, die Ordnungsmäßigkeit von Berichten zu bestätigen. Wenn unklar bleibt, welche Norm gilt, fehlt der Maßstab für ein belastbares Urteil. Die Branche fordert daher, dass Brüssel die strittigen Punkte klärt und verbindlich regelt.

KPMG beleuchtet Anwendungsfragen

Die Prüfungsgesellschaft hat einen Entwurf für einen Durchführungsrechtsakt unter die Lupe genommen. Siebzehn Detailfragen werden darin behandelt, vor allem zur Frage, welche Aktivitäten als unwesentlich gelten dürfen. Diese Auslegungshilfen werden die Arbeit in den Compliance-Abteilungen prägen, die gerade ihre Systeme für kommende Berichtsperioden einrichten. Auch gut gemeinte Vereinfachung kann scheitern, wenn die Umsetzung holpert. Die Kommission muss nachbessern, sonst bleibt von der versprochenen Entlastung wenig übrig.