Westliche Private-Equity-Häuser entdecken Polen neu: Der größte Markt Mittelosteuropas zieht zunehmend Kapital aus Großbritannien, Deutschland und den USA an und entwickelt sich zum Zugpferd der gesamten Region.
Der Private-Equity-Markt in Mittel- und Osteuropa wächst rasant, jedoch hinkt Westeuropa aber noch zehn bis fünfzehn Jahre hinterher. Polen hat sich dabei als mit Abstand größter und bekanntester Markt der Region etabliert und zieht entsprechend immer mehr internationale Investoren an. Kacper Taczek von der tschechischen Investmentgruppe PPF, die das Vermögen der Familie Kellner verwaltet, beobachtet beim Europäischen Wirtschaftskongress in Katowice einen deutlichen Anstieg des Wettbewerbs durch westliche PE-Fonds aus Großbritannien, Deutschland und den USA als Zeichen der zunehmenden Marktreife; gleichzeitig beginnen CEE-Investoren selbst, verstärkt nach Westeuropa zu expandieren.
Gleichzeitig zeichnet sich ein Wandel bei den Investitionsprioritäten ab: Statt hoher Wachstumsraten rückt die Krisenresistenz von Unternehmen in den Vordergrund. Die PPF Group investiert deshalb gezielt in robuste Sektoren wie Telekommunikation und Infrastruktur, die weniger anfällig für politische Veränderungen sind; als Beispiel nennt Taczek eine größere Telekommunikations-Transaktion in Ungarn, bei der die wirtschaftliche Entwicklung über parteipolitische Konstellationen gestellt wird. „Der Wettbewerb endet heute nicht mehr an regionalen Grenzen. Wir schauen auf Deutschland, Skandinavien oder die Schweiz – und viele Unternehmen aus unserer Region tun inzwischen dasselbe“, so Taczek.




