Die Toleranz für Homeoffice schwindet: Eine gemeinsame Erhebung von Welt am Sonntag und Business Insider zeigt, wie stark sich die Präsenzerwartungen großer deutscher Arbeitgeber seit 2023 verschoben haben.
Laut der Umfrage unter 35 der größten deutschen Konzerne verlangen inzwischen 40 Prozent der Unternehmen mindestens drei Präsenztage pro Woche im Office. Im Jahr 2023 lag dieser Wert noch bei 25,7 Prozent. Parallel dazu ist der Anteil der Firmen ohne feste Präsenzvorgabe von 45,7 Prozent auf 31 Prozent gesunken. Eine vollständige Rückkehr zur Fünf-Tage-Präsenzpflicht hat in Deutschland jedoch kein einziges der befragten Unternehmen vollzogen. Ausnahme ist der US-Konzern Amazon, der entsprechende Regelungen parallel in den USA und Deutschland eingeführt hat.
Für 2026 haben Welt am Sonntag und Business Insider die Erhebung auf 56 der größten deutschen Arbeitgeber ausgeweitet, darunter alle 40 Dax-Konzerne sowie Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Tech-Firmen. Von 50 antwortenden Unternehmen gaben 62 Prozent an, konkrete Anwesenheitsvorgaben zu haben, meist zwei bis drei Tage pro Woche. Nur drei Unternehmen, also sechs Prozent, erklärten ausdrücklich, keine Anwesenheitsregeln zu haben. In 32 Prozent der Unternehmen liegt die Entscheidung über Präsenz weiterhin bei den jeweiligen Führungskräften der Teams. Hybrides Arbeiten bleibt damit strukturell verankert, wird aber zunehmend durch klare Rahmenvorgaben eingehegt.




