Die britische Großkanzlei nimmt eine Vergünstigung aus Pandemiezeiten zurück. Beschäftigte in Großbritannien können diesen Sommer nicht mehr früher ins Wochenende. Der Wettbewerber PwC hält in Großbritannien an einer ähnlichen Regelung fest.
Vier Sommer lang durften die britischen Mitarbeiter von KPMG freitags ab dem frühen Nachmittag den Bildschirm ausschalten. Eingeführt hatte das Haus die Regelung 2021, als die Pandemie die Arbeitswelt durchschüttelte und Unternehmen nach Wegen suchten, ihre Belegschaft bei Laune zu halten. Bis Ende August konnten Beschäftigte pro Woche zweieinhalb Stunden früher Schluss machen, gedacht als kleines Geschenk an die Belegschaft und Beitrag zum Wohlbefinden.
Damit ist es jetzt vorbei. Wie zuerst Bloomberg berichtete, hat die britische Niederlassung das Sommerprogramm in diesem Jahr gestrichen. Eine Sprecherin erklärte, man überprüfe das Angebot jedes Jahr und richte sich dabei nach Marktlage und betrieblichem Bedarf.
Bei PwC UK fällt die Bilanz anders aus. Der direkte Wettbewerber hält an seiner vergleichbaren Regelung fest. Vom 20. Juli bis zum 28. August können die dortigen Mitarbeiter ihre Arbeitszeit so verdichten, dass sie freitags zur Mittagszeit gehen können. Die Viereinhalb-Tage-Woche bleibt damit als Option erhalten. Allerdings hat auch PwC die Aktion über die Jahre geschrumpft. Zum Start im Jahr 2022 galt die Vergünstigung noch für volle zwölf Wochen, von Juni bis August. Inzwischen sind es nur noch sechs Wochen.
Der Wegfall der Sommerregelung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Schon Ende März hatte KPMG in Großbritannien angekündigt, mehr als 500 Stellen zu streichen. Betroffen sind 440 Posten auf der Ebene der Assistant Manager in der Prüfungsabteilung, hinzu kommen 120 Stellen in der Beratungssparte. Das entspricht rund sechs Prozent der dort beschäftigten 7.100 Personen.
Begründet wurde der Schritt mit niedrigen Fluktuationsraten in bestimmten Teilen der Prüfung und mit sich verändernden Marktbedingungen in der Beratung. Intern sorgte vor allem die Kommunikation für Unmut. Beschäftigte hatten die Abwicklung der Entlassungsrunde als chaotisch und schlecht erklärt empfunden, was bei City AM für eine Welle an Beschwerden sorgte. Vor diesem Hintergrund dürfte das Aus für den frühen Freitag-Feierabend nicht zur Beruhigung der Stimmung beitragen.




