Rödl-Experte warnt vor Risiken beim öffentlichen CbCR

blog main image
June 4, 2026
05.06.2026
2 Minuten Lesezeit

Der neue Ertragsteuerinformationsbericht zwingt Konzerne zu mehr Offenheit, doch eine externe Prüfung gibt es nicht. Steffen Freytag, Partner bei Rödl & Partner, erklärt, warum saubere Prozesse jetzt wichtiger sind als das fertige Dokument.

Erstmals öffentlich, erstmals ungeprüft

Bislang gingen länderbezogene Steuerangaben nur ans Finanzamt. Mit dem Ertragsteuerinformationsbericht ändert sich das. Was große Konzerne hier zusammenstellen, lesen künftig Analysten, Reporter und Aktivisten gleichermaßen. Eine Pflichtprüfung durch externe Wirtschaftsprüfer hat der Gesetzgeber dabei nicht vorgesehen. Diese Konstellation ist neu und für viele Häuser ungewohnt. Steffen Freytag, Partner bei Rödl, hält das Format daher für falsch eingeordnet, wenn es nur an die Steuerabteilung delegiert wird. Aus seiner Sicht handelt es sich um eine Aufgabe, die ganz oben angesiedelt sein sollte.

Wo sich Fehler einschleichen

In der Praxis tauchen Probleme nicht beim Endprodukt auf, sondern weit vorher. Daten werden aus unterschiedlichen Systemen zusammengetragen, Definitionen sind nicht überall gleich, Zuordnungen entstehen unter Zeitdruck, Einzelfallentscheidungen werden nicht festgehalten. Wenn dann das fertige Dokument abgenommen wird, lässt sich kaum noch nachvollziehen, wie es zustande kam. Typischerweise leiden Konzerne unter Datenmodellen, die zwischen Steuer-, Finanz- und IT-Abteilung nicht zueinander passen, sowie unter Zuständigkeiten, die niemand klar geregelt hat.

Kontrollgremien in Zugzwang

Auch für Aufsichtsräte verändert sich die Lage. Sie sollen die korrekte Veröffentlichung überwachen, ohne sich auf einen externen Prüferbericht stützen zu können. Damit rückt eine andere Frage in den Vordergrund: Wie verlässlich sind die Prozesse, aus denen der Bericht hervorgeht? Gremien müssen sich künftig stärker damit auseinandersetzen, wer welche Verantwortung trägt und welche Kontrollmechanismen wirklich greifen.

Wer abhakt, verliert

Freytag rät davon ab, das neue Format als lästige Pflicht zu betrachten, die einmal im Jahr abgewickelt wird. Stabilität entstehe nur dort, wo klare Abläufe und funktionierende Kontrollen ineinandergreifen. Damit wird der Bericht zu einem Dauerthema für die Unternehmenssteuerung und nicht zu einer punktuellen Aufgabe der Steuerabteilung.

Aktuelle Stellenangebote

Meistgelesene Artikel

Unsere Partner

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei: