Microsoft greift Google mit eigenem KI-Assistenten an

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June 5, 2026
05.06.2026
3 Minuten Lesezeit

Auf der Build-Konferenz hat der Softwarekonzern Scout vorgestellt, einen Helfer, der dauerhaft im Hintergrund mitläuft. Damit positioniert sich Microsoft direkt gegen Googles Gemini Spark und löst sich Stück für Stück vom langjährigen Partner OpenAI.

Ständig wachsam

Wer Outlook, Teams und OneDrive nutzt, kennt das Problem: Termine ändern sich, Mails stapeln sich, Belege müssen sortiert werden. Genau hier setzt Scout an. Der Helfer soll nicht erst auf Knopfdruck loslegen, sondern im Hintergrund mitlaufen und sich melden, sobald er etwas Wichtiges erkennt. Steht ein Treffen an, weist er rechtzeitig auf die optimale Abfahrtszeit hin und berücksichtigt dabei die Verkehrslage. Zum Start gibt es eine Vorabversion für ausgewählte Kunden in den Vereinigten Staaten. Später soll der Assistent durchgehend aus der Cloud heraus zur Verfügung stehen.

Brisante Wahl der Plattform

Verwunderung löst die technische Grundlage aus. Scout baut auf Open Claw auf, einer Technologie, die der Konzernchef noch vor Kurzem mit deutlichen Worten attackiert hatte. Erweiterungen dieser Plattform galten als Sicherheitsrisiko. Trotzdem zeigt sich das Unternehmen mittlerweile zuversichtlich, die Probleme im Griff zu haben.

Hardware im Hinterkopf

Neben der Software arbeitet Redmond an passenden Geräten. Unter dem Codenamen Project Solara entstehen Endgeräte, die als schmale Zugangspunkte zu einer cloudbasierten Agentenwelt dienen sollen. Welches Betriebssystem zum Einsatz kommt, ließ das Unternehmen offen. Fest steht nur, dass Windows nicht infrage kommt. Bislang handelt es sich um frühe Prototypen.

Modelle für den lokalen Einsatz

Für Windows 11 stellte der Konzern außerdem zwei kompakte Sprachmodelle namens Aion 1.0 vor. Sie laufen direkt auf dem Rechner und sollen KI-Anwendungen ermöglichen, die ohne Internetverbindung auskommen. Eine Zusammenarbeit mit der Mayo Clinic soll darüber hinaus ein spezialisiertes Modell für medizinische Anwendungen hervorbringen. Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass sich der Softwarekonzern künftig nicht mehr nur als Vermittler fremder KI-Technik versteht, sondern selbst zum unabhängigen Anbieter werden will.

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