Australische Aufsicht ermittelt offiziell gegen KPMG-Partner

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June 5, 2026
05.06.2026
3 Minuten Lesezeit

Nach den Rücktritten an der Konzernspitze nimmt die Wertpapierbehörde drei Wirtschaftsprüfer ins Visier. Mandanten und Behörden überdenken ihre Geschäftsbeziehungen zum Beratungshaus.

Aus der Vorprüfung wird ein formales Verfahren

Was im April als zurückhaltende Vorabklärung begann, hat sich nun zu einer richtigen Untersuchung ausgewachsen. Die australische Wertpapieraufsicht ASIC bestätigte vor einem Senatsausschuss, dass sie gegen drei Partner des Beratungshauses ermittelt. Den Anstoß für die Hochstufung gaben die Rücktritte des Vorstandschefs und des Prüfungsleiters in der vergangenen Woche.

ASIC-Chefin Sarah Court machte deutlich, dass die Zahl der untersuchten Personen wachsen könnte. Es handle sich um eine sich ständig verändernde Lage, sagte sie. Zwei der drei Namen wurden bereits öffentlich: Paul Rogers und Eileen Hoggett. Letztere hatte erst kürzlich ihre Position als operative Geschäftsführerin geräumt, bleibt aber als Prüferin im Haus.

Schwierige Ausgangslage für die Aufsicht

Court äußerte tiefe Bedenken über die mutmaßlichen Vorgänge. Gleichzeitig räumte sie eine strukturelle Schwäche der Aufsicht ein. Wegen der Partnerschaftsform, in der KPMG organisiert ist, könne sie nur gegen einzelne Wirtschaftsprüfer vorgehen, nicht aber gegen das Unternehmen als Ganzes. Auf Anfragen zu den Vorwürfen reagierte KPMG nicht.

Was dem Haus konkret vorgeworfen wird

Hintergrund ist ein Bericht, den die Senatorin Deborah O'Neill von der Labor-Partei im März vor dem Parlament vortrug. Ein Hinweisgeber aus dem Haus beschuldigt das Beratungsunternehmen, Aufsichtsratsunterlagen des Immobilienkonzerns Lendlease genutzt zu haben, um sich bei der Großbank Westpac und bei der Immobiliengesellschaft Dexus um Prüfungsmandate zu bewerben. Eine interne Untersuchung von KPMG hatte die Vorwürfe zunächst entkräftet. Anschließend wurde die Anwaltskanzlei Allens beauftragt, den Fall noch einmal unabhängig aufzuarbeiten.

Erste Mandanten ziehen Konsequenzen

Die Auswirkungen erreichen bereits konkrete Geschäftsbeziehungen. Dexus erklärte, dass Hoggett die Abschlüsse für das laufende Geschäftsjahr nicht mehr unterzeichnen werde. Der Pensionsfonds REST mit einem Vermögen von rund 105 Milliarden australischen Dollar verlangt zusätzliche Informationen, da das Beratungshaus dort als interner Prüfer und Steuerberater tätig ist.

Politik prüft Konsequenzen

Auch das Finanzministerium des Landes nimmt die Anschuldigungen ernst und behält sich vor, KPMG von der Liste vorab genehmigter Berater für die Bundesregierung zu streichen. Alternativ käme eine Vereinbarung infrage, wonach das Haus vorübergehend keine Aufträge des Bundes annimmt.

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